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Rommerskirchen: Örtliche Händler fühlen sich benachteiligt

Rommerskirchen : Örtliche Händler fühlen sich benachteiligt

Auch eine Studie der Industrie- und Handelskammer lobt die Wirtschaftspolitik der Gemeinde Rommerskirchen. Doch es gibt auch Kritik. Die kommt insbesondere von alteingesessenen Unternehmen.

Für ihre Ansiedlungspolitik erhält die Gemeinde allenthalben viel Lob. 2011 war es die Landesregierung, vergangenen Sommer lobte der Wirtschaftsausschuss die Tätigkeit des Wirtschaftsbüros, und im Herbst schnitt die Gemeinde bei einer Untersuchung der Sparkasse und der Creditreform gut ab.

Gleiches gilt auch für eine Studie der Industrie- und Handelskammer. Die hat sich mit dem "Standortmarketing im interkommunalen Vergleich für die Region Mittlere Niederrhein" beschäftigt und stellt der Gemeinde ebenfalls ein gutes Zeugnis aus: "Als einzige der befragten kleinen Kommunen stellt die Gemeinde Rommerskirchen 20 Prozent der personellen Kapazität auch für das Innenstadtmarketing zur Verfügung."

Gemessen an der Mitarbeiterzahl je 10 000 Einwohner sei Rommerskirchen "überdurchschnittlich ausgestattet", heißt es in der IHK-Studie. Befragt worden ist auch die "Wirtschaftsinitiative Rommerskirchen -WIR", in der sich knapp 50 Einzelhändler zusammengeschlossen haben. Diese sei mit der Form der Zusammenarbeit "sehr zufrieden", so die IHK.

Elmar Gasten, der Chef des Wirtschaftsbüros im Rathaus, bewertet dessen Gründung im Jahr 2000 als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die gelungene Ansiedlungspolitik in den folgenden Jahren, aber auch die sonstigen wirtschaftlichen Aktivitäten der Gemeinde. Unternehmer wie Günter Peters können Gasten hierin nur beipflichten. "Seitens des Wirtschaftsbüros gibt es in der Tat eine sehr, sehr starke Unterstützung, sowohl in finanzieller Hinsicht, als auch vom personellen Einsatz her", sagt Peters, Inhaber des Küchenstudios Peters im Center am Park (CaP).

Dieses verfüge über ein enorm großes Einzugsgebiet: "Ganz Stommeln kauft hier ein und ein großer Teil von Pulheim." Über Grevenbroich hinaus kauften bei ihm Kunden aus Jüchen ein, manche kämen sogar aus Elsdorf, wobei auch nicht wenige Kölner im CaP zu sehen seien. Lediglich aus Richtung Dormagen sei der Kundenstrom weniger stark.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen: Die kommen überwiegend von Einzelhändlern, die schon vor der Gründung des Wirtschaftsbüros, der forcierten Ansiedlungspolitik und der Eröffnung des CaP vor Ort waren. Ein Beispiel ist Karl-Peter Leufgen, Geschäftsführer des Familienunternehmens Elektro Leufgen, das seit mehr als 61 Jahren am Rommerskirchener Markt ansässig ist: "Dass sich in Rommerskirchen etwas tut, sehe ich positiv." Gleichwohl sei es so, dass sich viele "alteingesessene" Betriebe "etwas stiefmütterlich behandelt" vorkämen", sagt Leufgen. Die sähen sich vielfach als "Einzelkämpfer". Nach Auffassung von Karl-Peter Leufgen "sollten bei der Auftragsvergabe ortsansässige Firmen stärker berücksichtigt werden."

Bernd Beivers, Inhaber des Autohauses Beivers an der Bahnstraße teilt Leufgens Sicht der Dinge: "Die Gemeinde ist immer bemüht, neue Unternehmen nach Rommerskirchen zu bringen. Danach kümmert man sich dann wieder um neue. Das müsste sich ändern." Beivers würde es zudem begrüßen, wenn es die Unternehmergespräche häufiger gäbe. Auch was die verkaufsoffenen Sonntage angehe, habe sich die Gemeinde schon seit Jahren allzu sehr zurückgezogen, sagt Bernd Beivers

(NGZ/rl)