Kreisweite Katzenkastrationspflicht Tierschutzverein Oekoven begrüßt Antrag im Kreisausschuss

Oekoven · In Rommerskirchen gibt es Kastrationspflicht von Katzen schon seit Jahren. Jetzt gibt es den Vorstoß, eine kreisweite Regelung zu erlassen. Tierschützer wollen das schon länger.

 Die Streunerhilfe des Tierschutzvereins betreut etliche Futterstellen in Rommerskirchen und Grevenbroich.

Die Streunerhilfe des Tierschutzvereins betreut etliche Futterstellen in Rommerskirchen und Grevenbroich.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Schon vor einiger Zeit hatte der in Oekoven ansässige Tierschutzverein des Rhein-Kreises Neuss darauf hingwiesen, dass in Sachen Kastrationspflicht für Katzen dringend nachgearbeitet werden müsse. Jetzt kommt neue Bewegung in das Thema, denn CDU, FDP, UWG und Zentrum haben einen gemeinsamen Antrag für die Sitzung des Kreisausschusses am 6. Dezember gestellt, eine kreisweite Verordnung zur Kastration und Kennzeichnung freilaufender Katzen zu erlassen. Benjamin Pasternak, Vorsitzender des Tierschutzvereins, und Marianne Seligmann von der Streunerhilfe des Vereins, begrüßen den Antrag ausdrücklich. Auch die Verwaltung ist von dem Vorschlag angetan. „Aus Sicht der Kreisverwaltung wird eine kreisweite Katzenkastrationspflicht befürwortet“, sagt Pressesprecher Benjamin Josephs auf Anfrage der Redaktion.

„Es ist top, wenn es da in Zukunft eine Regelung gibt“, sagt Marianne Seligmann. „Die Frage ist nur: Wie wird das umgesetzt?“ Denn eine Verordnung alleine reiche nicht aus, betonen die Tierschützer. Das könne nur der erste, wenn auch sehr richtige Schritt sein. „Die Verordnung ist wichtig, damit es eine rechtliche Grundlage gibt“, sagt Benjamin Pasternak. In einigen Kommunen des Kreises gebe es eine solche Verordnung schon: in Rommerskirchen schon seit fast zehn Jahren, in Grevenbroich seit fast sechs Jahren. Auch Neuss hat sie, in Kaarst, Meerbusch, Korschenbroich und Dormagen gibt es sie nicht, in Dormagen ist ein Antrag erst vor wenigen Monaten abgelehnt worden.

Schon deshalb sei es wichtig, eine kreisweite Verordnung zu erlassen, damit die Kommunen sich vor ihrer Verantwortung nicht drücken könnten, meinen die Tierschützer. Klar geregelt werden müsse aber, wie die Meldungskette und wie die Reaktionskette bei einem Verstoß gegen die Verordnung aussehe. Ein Verstoß wäre zum Beispiel, wenn Katzenbesitzer ihre Freigänger-Katzen nicht kastrieren lassen. Um die Verordnung also nicht nur auf dem Papier gut aussehen zu lassen, brauche es klare Regelungen, „wer sich wann bei wem meldet, da braucht es Zahlen, Daten, Fakten und auch Namen“, betont Pasternak. Das bedeute auch, mehr Personal einsetzen zu müssen, um die Regelungen durchzusetzen. Wichtig sei, Verstöße „knallhart zu ahnden, ein Verstoß muss wehtun“, so Pasternak. „1000 Euro für eine nicht kastrierte Freigänger-Katze müssten es mindestens sein“, fügt Seligmann hinzu. Wie wichtig die Verordnung sei, sehen die Ehrenamtler der Streunerhilfe täglich. „Im Moment haben wir alleine 40 weibliche Katzen, die nicht kastriert sind, die füttern wir mit zehn Leuten. Nicht auszudenken, wenn die im Frühjahr jede mindestens drei Kitten bekommen.“ Viele Straßenkatzen seien krank und unterversorgt. „Die Tiere verenden oft elendig. Das Problem ist menschengemacht, das kann geändert werden“, sagt Pasternak.

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