Rommerskirchen: Niemals Angst vor "großen Tieren" gehabt

Rommerskirchen: Niemals Angst vor "großen Tieren" gehabt

Die langjährige Vizebürgermeisterin Maria Peiffer (SPD) erhielt jetzt das Bundesverdienstkreuz.

Jahrzehntelang spielte Maria Peiffer eine führende Rolle in der Kommunalpolitik, und auch nach ihrem Rückzug aus dem Gemeinderat 2015 ist die langjährige Vizebürgermeisterin keineswegs in Vergessenheit geraten. Im Ratssaal konnte die 77-jährige Widdeshovenerin aus der Hand des stellvertretenden Landrats Hans-Ulrich Klose jetzt das Bundesverdienstkreuz am Bande entgegennehmen.

Klose würdigte in seiner Laudatio nicht zuletzt auch das christliche Engagement der Katholikin, die mit ihrem Mann Willi 1977 der SPD beitrat. Damals war sie neben Erika Lemke aus Vanikum erst die zweite Frau überhaupt im Rat - was ein hartes Brot war, wie sie gern an skurrilen Reaktionen der früheren männlichen Kollegen zu illustrieren pflegt. Initiator der Ordensverleihung durch den Bundespräsidenten war SPD-Ratsmitglied Bernd Klaedtke, der Maria Peiffer viele gute Ratschläge verdankt und anlässlich einer von ihm organisierten Ordensausstellung 2014 auf die Idee kam, dass auch Maria Peiffer eine solche Auszeichnung gebühre.

"Ehrungen, das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenswerten Tag hat", gratulierte der von 1999 bis 2014 amtierende Bürgermeister Albert Glöckner seiner langjährigen Stellvertreterin. "Uns verbinden 15 gemeinsame Jahre im Rat der Gemeinde Rommerskirchen", sagte Glöckner, der Maria Peiffer als "Grande Dame des Rats" würdigte. Glöckner betonte insbesondere die für die politische Arbeit geopferte Freizeit und regte eine Teilung des Ordens an: "Ich finde, dass Deinem Wilhelm für sein Wohlwollen und seine Unterstützung auch ein Eckchen vom Verdienstkreuz gehört."

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"Angst vor großen Tieren ist ihr wesensfremd", beschreibt Fraktionschef Heinz Peter Gless für die SPD-Ratsvertreter einen charakteristischen Wesenszug von Maria Peiffer, stellte ihr großes Kämpferherz und die Verdienste der zeitweiligen Parteivorsitzenden für die SPD in den Mittelpunkt. Maria Peiffer bedankte sich in gewohnt humorvoller Weise: Nur wer wisse, was ein im Kofferraum umgekippter Eimer Kleister bedeute, "der weiß, was Wahlkampf ist", sagte die frühere Schiedsfrau, Schöffin, dreifache Mutter und mehrfache Großmutter, die sich in der Schulpflegschaft jahrzehntelang engagierte und seit 1971 dem Kirchenchor angehört.

"Ein Dankeschön hätte auch gereicht", kommentierte sie ihre Ehrung. Nun ist es halt anders gekommen.

(S.M.)