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Rommerskirchen: Nicolas nimmt Oliver mit nach Frankreich

Rommerskirchen : Nicolas nimmt Oliver mit nach Frankreich

Zwei Austauschschüler tauschen die Rollen. Der deutsche Gastgeber zieht nun bei seiner französischer Gastfamilie ein.

Eigentlich sollte Nicolas Suarez längst wieder zu Hause sein. Drei Monate lang besuchte der französische Austauschschüler die neunte Klasse des Grevenbroicher Erasmus-Gymnasiums. Bei seiner Gastfamilie in Rommerskirchen gefiel es dem 14-Jährigen indes derart gut, dass er noch knapp einen Monat drangehängt hat. Heute jedoch ist Schluss mit seinem ausgedehnten Deutschland-Besuch: Seine Eltern holen ihn in Rommerskirchen ab.

"Ich war hier, um besser Deutsch zu lernen", sagt Nicolas, der seit Anfang Mai eine ganze Menge erlebt hat. Für ihn überraschenderweise auch in seinem Heimatland: Als nämlich in Mouilleron le Captif im Mai das 10-Jahr-Jubiläum der Partnerschaft mit Rommerskirchen gefeiert wurde, lernte der in Gif-sur-Yvette, 30 Kilometer südlich von Paris, lebende Nicolas Suarez auf dem "Umweg" über Deutschland auch einmal die Vendée kennen.

Kaum in Rommerskirchen angekommen, war er zusammen mit seinen Gasteltern Willi und Susanne Schumacher und deren 13-jährigem Sohn Oliver Teil der Rommerskirchener Jubiläumsdelegation. Keineswegs zufällig ist Susanne Schumacher stellvertretende Vorsitzende des deutschen Partnerschaftskomitees.

Nicolas Suarez' Fazit nach einem Vierteljahr auf einem deutschen Gymnasium: "Die Schule hier ist anders." Festmachen lässt sich dies an zwei für ihn besonders markanten Unterschieden: "Hier ist die Schule kürzer als in Frankreich, dafür gibt es in Deutschland viel mehr Fächer", sagt Nicolas Suarez.

Beeindruckt haben den französischen Austauschschüler auch die Ausflüge mit seiner Gastfamilie. Den Kölner Dom zu Fuß erklommen zu haben, wird ihm sicher eine bleibende Erinnerung sein. Interessant fand er aber auch andere Besichtigungen, so etwa im Rheinischen Landesmuseum. Er und Oliver Schumacher haben schulisch durchaus andere Schwerpunkte. Mag Oliver Sport und Englisch am liebsten, sind für Nicolas Mathematik und Physik die Favoriten. Zudem ist Nicolas ein begeisterter Tischtennisspieler, der in seinem Verein drei Mal in der Woche trainiert.

Gut ein Jahr Vorlauf war nötig, ehe der Schüleraustausch zustande kam, erzählt Susanne Schumacher, deren Sohn Oliver demnächst gemeinsam mit Nicolas Suarez dessen Schule in Gif-sur-Yvette besuchen wird. "Es lief über das Brigitte-Sauzay-Programm der Deutsch-Französischen Gesellschaft", sagt Susanne Schumacher. Ganz zufällig kam der Austausch nicht zustande. "Wir haben schon eine große Affinität zu Frankreich", erklärt Schumacher, die an der Sekundarschule Jüchen unter anderem Französisch unterrichtet.

Mit der Familie hat Oliver Schumacher denn auch schon etliche Frankreich-Urlaube gemacht, so dass er auf seine demnächst anstehende Reise nicht völlig unvorbereitet ist. Ihm hat es nicht zuletzt die Musik angetan. Er spielt Schlagzeug und Trompete und wirkt auch in einem Orchester mit. Zusammen mit seinem Freund Sean Kühn ist er zu Karneval während der "Kölschen Mess" in St. Peter aufgetreten, aber auch in Neuss haben die beiden bereits gespielt.

Dass Oliver Schumacher nicht jetzt schon gemeinsam mit seiner Gastfamilie nach Frankreich fährt, hat einen simplen, aber überaus schwerwiegenden Grund. Als Artillerist im Bürgerverein schätzt er nämlich auch deutlich lautere Töne, und mit dem am 23. August beginnenden Schützenfest steht auch für Oliver Schumacher erst noch ein ganz besonders wichtiger Termin ins Haus.

(NGZ)