Rommerskirchen: Neues Tempolimit für die Venloer Straße

Rommerskirchen: Neues Tempolimit für die Venloer Straße

Dort, wo bisher noch 50 Kilometer in der Stunde erlaubt sind, werden es bald nur noch 40 sein. Die 200 Meter lange Tempo-30-Zone bleibt.

Der größte Teil der Venloer Straße wird zur Tempo-40-Zone. Den Auftrag für die dazu nötige Umgestaltung hat der Bau- und Verkehrsausschuss in seiner jüngsten Sitzung vergeben. Umgesetzt sein soll die Maßnahme "bis zur Jahresmitte", wie Rommerskirchens Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert sagt. Wobei das Wetter eine gewichtige Rolle spielt, denn es darf "nicht zu kalt und nicht zu nass sein", so Reimert. "Nach März wird es wahrscheinlich sehr zügig gehen", ist Bürgermeister Martin Mertens optimistisch.

Die weitere Temporeduzierung ist seit gut anderthalb Jahren ein Anliegen der Gemeinde, dessen Umsetzung bislang am Straßenverkehrsamt gescheitert war. Ohne weitere Umbaumaßnahmen wollte dieses die Höchstgeschwindigkeit nicht weiter reduzieren. Ein ähnlich gelagerter Fall in Neuss-Holzheim hat nun eine Kompromisslösung ermöglicht. Sollte angesichts der Fahrbahnbreiten die Möglichkeit bestehen, einen Schutzstreifen für Radfahrer anzulegen - Ausnahme bleibt der bestehende Tempo-30-Bereich - dann wäre das Straßenverkehrsamt bereit, eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometern anzuordnen.

Bereits im November 2016 hatte der damalige Sicherheitsausschuss des Rats zugestimmt. Das Ingenieurbüro Isaplan erstellte daraufhin die Planung. Demnach können Schutzstreifen angelegt werden, wobei dann allerdings die bisherigen Mittelstreifen entfernt werden müssten. Dagegen machten allerdings Straßenverkehrsamt und Polizei Bedenken geltend. Inzwischen konnte ein Kompromiss zur künftigen Markierung erzielt werden, wobei die verkehrsrechtliche Anordnung des Straßenverkehrsamt inzwischen vorliegt. Die Herunterstufung auf Tempo 40 ist eine "Fernwirkung" der so genannten "kleinen Lösung" für die Venloer Straße, nachdem deren Komplettumbau aus Kostengründen am Widerstand der Anwohner gescheitert war.

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Schon als 2014 die so genannte "kleine Lösung" für die Umgestaltung der Venloer Straße umgesetzt wurde, herrschte Unzufriedenheit damit, dass nur ein Teilabschnitt von knapp 150 Metern zur Tempo-30-Zone wurde - insbesondere zum Zweck der Schulwegsicherung. Das Thema beschäftigte die Politik seither in nahezu jeder Sitzung der zuständigen Ausschüsse. Unbefriedigend war die bisherige Lösung auch für Autofahrer. Selbst Ortskundige hatten sich an die unvermittelt einsetzende 30-er-Zone nur schwer gewöhnen können - was bei Geschwindigkeitsmessungen auch schon mal zu einer "Knöllchen"-Ausbeute von mehr als 90 Prozent führte.

Die "kleine Lösung" für die Venloer Straße hat letztlich in Rommerskirchen nur wenige Freunde gefunden: Für knapp 50.000 Euro wurden 2014 Umbaumaßnahmen am Markt ebenso realisiert wie an der Straße "Zum Stadion" und der Doktorgasse. Der Verkehr sollte damit beruhigt und sicherer gemacht werden. Dem dient etwa ein kleinerer Abschnitt, der als Tempo-30-Zone gestaltet ist.

Nicht nur Ratsmitglieder wie Bernd Klaedtke (SPD) und Ulrike Sprenger (UWG) übten seither in regelmäßigen Abständen daran Kritik. Die Interessengemeinschaft Venloer Straße, in der sich 130 Anwohner gegen einen Komplettausbau gewehrt hatten, distanzierte sich schon unmittelbar nach Fertigstellung 2014 vom Ergebnis der "kleinen Lösung".

(NGZ)