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Rommerskirchen: Neues "Örtchen" auch für Bahnfahrer

Rommerskirchen : Neues "Örtchen" auch für Bahnfahrer

Eine öffentliche Toilette fehlt am Bahnhof. Taxiunternehmer Cun stellte bisher sein Mitarbeiter-WC auch für Besucher zur Verfügung. Jetzt soll eine zusätzliche Toilette speziell für ÖPNV-Benutzer eingerichtet werden.

Diese "Örtchen" hat sich den Zusatz "still" wahrlich verdient. Denn die zusätzliche Toilette, die in den Büroräumen des Taxiunternehmens Cun existiert, kann offenbar schon seit sehr langer Zeit nicht mehr benutzt werden. Das Waschbecken ist aus der Wand gebrochen und steht auf dem Boden an die Wand gelehnt, auch die Kloschüssel kann nicht verwendet werden. Das allerdings soll sich jetzt ändern. Die Gemeinde will die Toilette renovieren lassen und für ÖPNV-Benutzer öffnen.

Seit Jahren stellt der Taxiunternehmer Ibrahim Cun am Bahnhof seine Toilette auch für Bus- und Bahnreisende sowie andere Passanten unentgeltlich zur Verfügung. Denn am Bahnhof gibt es kein öffentliches WC. Zumindest eine Entschädigung sollte er dafür bekommen. Das jedenfalls fand die Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) Rommerskirchen, Ulrike Sprenger. Sie plädierte in der Ratssitzung im vergangenen November dafür, dem Taxiunternehmer, der die Büroräume am Bahnhof von der Gemeinde angemietet hat, zumindest ein Wassergeld zu zahlen oder einen Teil der Miete nachzulassen.

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Die jetzt gefundene Lösung erledigt auch ein anderes Problem: Auch wenn Cun seine bisherige Toilette gern zur Verfügung stellt, so müssen Besucher doch immer einmal quer durch die Büroräume gehen, um dorthin zu gelangen. Gerade wenn viel zu tun ist oder Cun alleine vor Ort sitzt und Telefongespräche annimmt, hat er manchmal Schwierigkeiten, sich um die Besucher zu kümmern. Das zukünftige WC liegt so nah an der Eingangstür, dass Cun den Gästen nur einen Schlüssel in die Hand geben muss.

Bevor die Toilette aber in Betrieb genommen werden kann, lässt sie die Gemeinde als Vermieterin zunächst auf Vordermann bringen. Boden und Wände müssen saniert werden, zudem werden eine neue Toilettenschüssel und ein neues Handwaschbecken installiert. "Dazu haben wir bereits 5000 Euroaus dem nächsten Haushalt beantragt", sagt die stellvertretende Gemeindesprecherin Bele Hoppe. Sie hoffe jedoch, dass dieser Betrag nicht voll ausgeschöpft werden müsse. Wenn alles klappt, sollen bis Ostern die Handwerkerarbeiten abgeschlossen und das neue stille Örtchen einsatzbereit sein.

Unabhängig von der nun gefundenen organisatorischen Lösung für das WC-Problem stellte Bele Hoppe aber zusätzlich auch eine finanzielle Lösung in Aussicht, die die Kriterien des bundesweiten Projektes "Nette Toilette" erfüllt (siehe Kasten): "Wir gehen davon aus, dass auch ein Entgegenkommen bei den Nebenkosten möglich ist", sagt die Wirtschaftsförderin.

Unterdessen kommen die Arbeiten an der Bahnhofsunterführung voran. Gestern konnte die Verlegung des Pflasters weitgehend abgeschlossen werden, so dass Überschwemmungen im Durchgang nun der Vergangenheit angehören sollten. Regenwasser sollte nun über den Ablauf abfließen, der jetzt bodenhoch an der Innenseite des Tunnels entlang läuft. Der Aufzug allerdings ist noch nicht in Betrieb.

(NGZ)