Neuer Anlauf für legale Graffiti in Rommerskirchen

Jugendkonferenz in Rommerskirchen : Neuer Anlauf für legale Graffiti

Die vierte Jugendkonferenz in Rommerskirchen findet am 18. März statt.

Graffiti ist in Rommerskirchen ein merkwürdiges Thema. Einerseits wird immer wieder gefordert, die Gemeinde möge doch Flächen zur Verfügung stellen, auf denen Jugendliche legal Kunstwerke aus der Farbsprühdose schaffen können – von Jugendlichen selbst, aber auch von der UWG-Fraktionsvorsitzenden Ulrike Sprenger, die sich stark für ein solches Angebot einsetzt. Andererseits hielt sich das Interesse der Zielgruppe bislang sehr in Grenzen, wenn die Gemeinde konkrete Anläufe zur Verwirklichung unternommen hatte – zum Beispiel mit dem Vorschlag, Stromkästen zu besprühen. Trotzdem soll bald der nächste Versuch folgen: Am 18. März findet in der Pausenhalle der Gillbachschule am Nettesheimer Weg die vierte Jugendkonferenz statt. In dem Zusammenhang wird wohl unter anderem auch über eine künstlerische Gestaltung der Mülleimer gesprochen werden, die auf der Skateranlage aufgestellt werden sollen.

Um die Behälter zu verschönern, sollen Jugendliche selbst zur Spraydose greifen können; mit einem Graffiti-Workshop sollen sie auf die Aktion vorbereitet werden, berichtet Dezernent Elmar Gasten. „Das wäre ein Anfang, um zu sehen, wie groß das Interesse denn nun wirklich ist.“

Die bisherige Zurückhaltung der Jugendlichen überrascht ein wenig. Schließlich war schon bei der ersten Jugendkonferenz im März 2017 der Wunsch nach Möglichkeiten für Graffiti-Aktionen geäußert worden. Und im Prinzip gibt es sogar ein bestelltes Feld. Der Rat der Gemeinde hatte sich jedenfalls schon im Herbst 2015 grundsätzlich dafür ausgesprochen, dass eine Fläche im neu gestalteten Rommerskirchener Bahnhof in Eckum für legale Graffiti zur Verfügung gestellt werden solle. Kai Rossmann, Manager der Deutschen Bahn, hatte sich ebenfalls prinzipiell mit der Idee einverstanden erklärt.

Das Problem im Falle des Bahnhofs allerdings: Ein Graffiti dort muss schon gehobenen Qualitätsansprüchen genügen. „Der Bahnhof ist das Entrée der Gemeinde, da können wir uns kein Erstlingswerk erlauben“, sagt Dezernent Gasten. Deshalb müsse es vorher gerade auch hier einen Workshop unter professioneller Anleistung geben. „Aber als Erstes müssen wir Jugendliche finden, die das auch wirklich zu ihrem Thema machen.“ Professionelle Begleiter zu finden sei nicht das Problem.

Das zeigt auch der Blick in die Nachbarstadt: In Dormagen liefen schon einige Graffiti-Projekte unter fachkundiger Anleitung – mit meistens beeindruckenden Ergebnissen. Allerdings: Im Gegensatz zu Rommerskirchen hat Dormagen weiterführende Schulen. Der Kontakt zu interessierten Jugendlichen ist da sicherlich einfacher herzustellen.

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