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Rommerskirchen: Neue Schilder mit alten Namen

Rommerskirchen : Neue Schilder mit alten Namen

Der Förderverein Vanikum hat vier Schilder mit einst gebräuchlichen Straßennamen aufgestellt. Über die Bedeutung dieser Namen gehen die Meinungen nach wie vor auseinander.

Hoch zufrieden mit dem Abschneiden beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ist der Förderverein Vanikum. Nachdem sich der Ort nach mehrjähriger Pause erstmals wieder beteiligt hatte, sprang jetzt ein dritter Platz heraus.

"Besonders freuen wir uns über den Sonderpreis", sagt Adi Deutzmann, der sich beim Förderverein um die Finanzen kümmert. Für besonderes bürgerschaftliches Engagement sprach die Jury den Vanikumern nämlich noch einmal 300 Euro zu.

Inzwischen an Ort und Stelle angebracht sind die historischen Ortsschilder, die auf die einst gebräuchlichen Straßennamen Vanikums verweisen. "Auf die Idee sind wir durch einen Besuch in Hülchrath gekommen", erzählt Astrid Schäben, die Vorsitzende des Fördervereins. In Hülchrath hat der Verein "Unser Dorf" schon vor etlichen Jahren Hinweisschilder angebracht, die historische Straßennamen erläutern. Derartige Erklärungen fehlen in Vanikum noch. Dies hat nicht nur finanzielle Gründe, sondern liegt auch daran, dass es selbst unter Historikern ganz unterschiedliche Deutungen gibt.

Die "Gräht" etwa hat der frühere Lehrer Wilhelm Schnorr mit "gerodetem Land" übersetzt, was Lokalhistoriker Paul-Rolf Essel für falsch hält. Ihm zufolge handelt es sich um die Bezeichnung für einen Hof des Deutschen Ordens, von dem sich der Flurname "An der Gracht" ableite. Nach Auskunft des Fördervereins gibt es aber auch eine dritte Variante: Demnach bezeichne "Gräht" das gesamte gerodete Umland des einstigen Oberdorfs.

Klar ist: Ein erläuterndes Hinweisschild wäre wohl kaum groß genug, um alle Varianten zu dokumentieren. Neben dem Schild "An der Gräht" befinden sich zwei Hinweise in der Nähe des Vanikumer Hofs: "Am schwarze Grav" verweist wahrscheinlich auf eine Jauchegrube, die es hier einmal gegeben hat. "Am Burgweiher" erinnert nicht nur an den heute noch existenten Teich, sondern auch an die Burg, die zumindest in der örtlichen Sprachüberlieferung so manches Jahrhundert überlebt hat.

Die Bedeutung von "Am Ross" in der Ortsmitte, wo sich heute der Festplatz befindet, war lange Zeit auch alteingesessenen Vanikumern unklar. Dass es hier nicht um ein Pferd geht, dürfte klar sein. Paul-Rolf Essel, dem zufolge der Begriff schon Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchlich war, vermutet etymologisch eine Herkunft vom französischen "roche" (Stein) und hält es für denkbar, dass "Am" oder "Om Ross" einen Vermessungsstein bezeichnen könnte, der hier im frühen 19. Jahrhundert gesetzt wurde.

(NGZ)