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Rommerskirchen: Neue Reithalle für die Arbeit mit Behinderten

Rommerskirchen : Neue Reithalle für die Arbeit mit Behinderten

Damit sind die Bauprojekte auf dem Neu-Hövelerhof abgeschlossen. Der RFVV Pferdesportfreunde Gillbach ist kreisweit größter Reitverein.

Gut viereinhalb Jahre, nachdem Günter und Evelyn Klomfass auf dem Neu-Hövelerhof heimisch geworden sind, ist das wohl für längere Zeit letzte Bauprojekt abgeschlossen. Entstanden ist eine neue Halle, die der Reit-Fahr-und Voltigierverein (RFVV) Pferdesportfreunde Gilbach künftig für die Arbeit mit Behinderten nutzen möchte. Die Halle bietet 354 Quadratmeter Platz dafür, wobei sich das Training komplett innerhalb der Halle abspielen soll, "weil wir für die Behinderten Ruhe haben wollen", wie Günter Klomfass sagt, der auch Vorsitzender des RFVV ist.

"Wir haben eine Menge Geld investiert, um Behinderten gerecht zu werden", sagt Klomfass. Mitglied im Verein sind 25 zum Teil schwerstbehinderte Kinder: Etliche sind auf den Rollstuhl angewiesen, andere leiden unter psychischen Problemen. Die neue Halle ist sogar mit einer Krananlage ausgestattet, um Kinder bei Bedarf auf das Pferd hieven zu können. Fachkundige Betreuung ist gewährleistet: Evelyn Klomfass hat den Trainerschein für den Behindertensport. Auch für die Arbeit mit behinderten Kindern gedacht war die Aufzucht einer kleinen Alpaka-Herde. Dieses Vorhaben hat Günter Klomfass jedoch erst einmal auf Eis gelegt, nachdem es bei trächtigen Alpaka-Stuten wiederholt nicht mit der Fortpflanzung geklappt hatte. "Ich habe keine Zeit dafür und will auch keine weitere Fläche dafür hergeben müssen", sagt Klomfass. Auf dem Neu-Hövelerhof leben derzeit vier Alpakas, von denen sind "zwei so handzahm, dass sie sich von Behinderten streicheln lassen", so der Eigentümer des historischen Gutshofs.

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Für die Pferdesportfreunde, deren Verein 2015 seinen 25. Geburtstag feiert, ist der vor gut sechs Jahren nötig gewordene Umzug zu einem Glücksfall geworden. 2009 hatte der bis dahin auf dem benachbarten Ziegelhof ansässige Verein diesen verlassen müssen und war gut ein Jahr lang heimatlos. Auf dem Kruchenhof konnte der Voltigierbetrieb aufrecht erhalten werden, ehe ab Mai 2010 auf dem Neu-Hövelerhof durchgestartet wurde. Die Mitgliederzahlen explodierten förmlich, zuletzt waren es 755, "eine Steigerung um 12, 5 Prozent" gegenüber dem Vorjahr, wie Günter Klomfass sagt. Die Mehrzahl der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche, wobei unter diesen die Mädchen klar die Oberhand haben. 20 Pferde stehen zur Verfügung, deren Größe vom Stockmaß 1,75 Meter bis zum 98 Zentimeter großen Shetland-Pony reicht. Inzwischen ist der RFVV zum größten Reitverein im Kreisgebiet avanciert, dessen Einzugsbereich auch die Großstädte Köln und Düsseldorf umfasst. Eine große Anzahl erfahrener Trainer bürgt für die nötige Qualität, wobei trotz stetig steigender Zahlen der Reitbetrieb nicht unpersönlicher geworden ist. "Ich kenne jeden einzelnen Reitschüler", sagt Evelyn Klomfass.

Geritten werden kann auf dem Neu-Hövelerhof an 365 Tagen im Jahr: Auch an Weihnachten liefen unlängst die begehrten Kurse weiter. Ein besonderes Highlight im Jubiläumsjahr soll das Zirkus-Wochenende werden, das vom 29. bis 31. Mai auf dem auch ansonsten wieder prall gefüllten Terminkalender steht.

(S.M.)