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Rommerskirchen: Närrinnen ist Lokalpolitik zu langweilig

Rommerskirchen : Närrinnen ist Lokalpolitik zu langweilig

Seit mehr als einem Jahrhundert kann sich die Karnevalsabteilung der Katholischen Frauengemeinschaft mit ihren von eigenen Kräften inszenierten Sitzungen gegen den vielfach längst professionalisierten "Fastelovend" behaupten.

Seit 1965 ist es so sicher wie das Amen in der Kirche: In der Gemeinde St. Martinus gibt es keinen Karneval ohne die Prunksitzung der Katholischen Frauengemeinschaft. Deren Karnevalsabteilung machte jetzt ein Jahr nach dem groß gefeierten Jubiläum deutlich, dass sich hieran möglichst auch im nächsten halben Jahrhundert nichts ändern soll.

"Wir haben 30 aktive Frauen und 71 Tänzerinnen", sagt Brigitte Beutner, die Sprecherin der Karnevalsabteilung. Unter die haben sich inzwischen auch einige Männer verirrt, aber damit hat es sich dann auch: "Tanzen dürfen die Jungs", bekräftigt Brigitte Beutner damit zugleich das Prinzip, dass die Herren der Schöpfung ansonsten in der Bütt und auf der Bühne nichts verloren haben. Wie populär die stets zwei Sitzungen der Karnevalsabteilung sind, zeigt die Tatsache, dass beim Vorverkauf kürzlich die ersten Interessenten schon um 5 Uhr morgens auf der Matte standen, wobei Karten erst ab 13 Uhr gekauft werden konnten.

Gut fünf Stunden lang demonstrierten die Närrinnen in der bestens besuchten Schützenhalle, dass auch der "handgestrickte" Karneval nach wie vor zahlreiche Anhänger hat und sich so gegenüber den Profis behaupten kann. Was natürlich nicht zuletzt am Lokalkolorit liegt, so dass manches "Opfer" Gelegenheit erhält, sein eigenes Missgeschick zu belachen: Für den von Agathe Neunzig und Marlene Jordans wieder bestens zubereiteten "Dorfklatsch" gab es natürlich wieder Material zuhauf, und gelernt werden konnte auch etwas: In seiner Mülltonne herumzusägen, um sie etwas zu vergrößern, empfiehlt sich jedenfalls nicht, wie ein vermeintlich findiger Mitbürger lernen musste, der seinen Abfallbehälter schlicht mit einem großen Loch versah. (Kommunal-)Politisches stand auch diesmal nicht auf der Tagesordnung: "Es passiert doch nichts mehr", bedauert Brigitte Beutner den Mangel an büttenreifen Zwischenfällen auf Rommerskirchens Politbühne - wobei ihr hier sicher der eine oder andere widersprechen mag. Neben etlichen Tanzdarbietungen besteht bei den Närrinnen von St. Martinus auch kein Mangel an guten Büttenrednerinnen: Hier markieren die im achten Lebensjahrzehnt stehende Marlies Huber und Teenager Ann-Christin Pelzer die Bandbreite.

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Auch an gelungenen Sketchen herrschte kein Mangel: Unter dem Motto "Jugendschutz" beschäftigten sich Monika Schloßmacher-Berghoff, Marlene Jordans und Brigitte Beutner mit einem auffällig gewordenen Pennäler. Dabei stießen sie auf das Prachtexemplar eines in Funkenuniform herumstolzierenden Vaters, der seine nie versiegende Freude am Durst eindrucksvoll auch auf die gestrenge Vertreterin des Jugendamts übertragen kann. Ramona Küttelwesch musste bei "unserem Veedel" gegen einen wild dazwischen singenden Chor ankämpfen und meisterte diese Aufgabe mit Bravour.

Den musikalischen Part übernahm wieder das TV-erprobte "Orchester Markus Quodt".

(NGZ)