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Rommerskirchen: Motorrad-Fan und Berufs-Pilot

Rommerskirchen : Motorrad-Fan und Berufs-Pilot

Carlos Ximénez-Carrillo, Sprecher der Mobilfunkinitiative, sieht diese als Gewinner früherer Kontroversen. Als Berufspilot ist der Sinstedener häufig und lange unterwegs, dennoch mischt er mit in der Kommunalpolitik.

Als sich vor knapp zehn Jahren die "Bürgerinitiative zur Reduzierung der Belastung durch Mobilfunkwellen" gründete, zählte sie zu den mitgliederstärksten der fünf bis sechs Initiativen, die sich seinerzeit am Gillbach tummelten.

Nahezu alle haben ihr Wirken inzwischen eingestellt, die Mobilfunk-Initiative aber existiert nach wie vor, wie ihr Sprecher Carlos Ximénez-Carrillo sagt. "Nach außen hin waren wir damals die Verlierer, langfristig sind wir jedoch die Gewinner", meint Ximénez-Carrillo mit Blick auf die bis 2005 andauernden Kontroversen. Mitglieder der Initiative wie der Gemeindeverwaltung arbeiten seit Jahren eher geräuschlos in der Mobilfunk-Kommission zusammen, die über die Standorte neuer Anlagen entscheidet.

"Wir führen ein Fliegerleben"

Carlos Ximénez-Carrillo ist gut über das kommunalpolitische Geschehen informiert und trifft sich regelmäßig mit Mitstreitern aus der Politik wie der Bürgerinitiative. Auf der öffentlichen Bühne hat er sich rar gemacht — er ist zu viel unterwegs. 1992 ist der Deutsch-Spanier mit seiner Frau Beate und den drei Kindern ins "Haus Hügel" nach Sinsteden gezogen. "Unser Herz hängt daran", sagt der eingefleischte Sinstedener, der freilich nicht allzu oft zuhause ist: "Wir führen ein Fliegerleben", sagt er. Seine Frau ist Flugbegleiterin bei Air Berlin.

Carlos Ximénez-Carrillo hat zuletzt türkische Piloten ausgebildet, erst vor knapp zwei Wochen war der 56-Jährige für die spanische Luftwaffe tätig. Dort engagiert er sich etwa in der Pilotenausbildung für die Betankungsmaschine der Airbus-Military-Version. Früher war er als Pilot unter anderem für die LTU tätig, von 2007 bis 2010 war Peking sein Hauptstandort. Für Air China flog er den Airbus, während er sich am Boden auf einem besonderen Gefährt fortbewegte: Seine in Peking für einen Spottpreis gekaufte R 75 nebst Beiwagen hat Ximénez-Carrillo inzwischen nach Deutschland importiert.

Das Motorrad ist eine "Original-Kopie" der 1942 von der Wehrmacht verwendeten Maschinen. "Die Russen haben die Werkstätten nach dem Zweiten Weltkrieg abgebaut und später den Chinesen überlassen. Das Motorrad ist mit deutschen Werkzeugmaschinen hergestellt worden", berichtet Carlos Ximénez-Carrillo von der Historie des Zweirads.

Weitaus größere Strecken legt er in der Luft zurück. Carlos Ximénez-Carrillo geht davon aus, dass er in diesem Jahr die "Schallmauer" von 200 000 Flugstunden knacken könnte. Was das in Kilometern bedeutet? "Wir rechnen pro Flugstunde 900 Kilometer", überlässt es Ximénez-Carrillo in der Regel den Gesprächspartnern, seine stattlichen 180 Millionen Kilometer hoch über den Wolken auszurechnen.

(NGZ)