1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Moderator soll im CDU-Streit schlichten

Rommerskirchen : Moderator soll im CDU-Streit schlichten

Die CDU will sich zusammenraufen und mit Hilfe eines Moderators Regeln für den Umgang miteinander entwickeln.

Nach dem internen "Waffenstillstand" hat die CDU erste Schritte zu einem möglichst dauerhaften Friedensschluss innerhalb der Union bei einem Treffen in der Gaststätte Haus Schlömer gemacht. Nahezu alle der 26 Teilnehmer zeigten sich willens zu einem Neuanfang, wenngleich erfahrene Mitglieder ihre Skepsis nicht verhehlten, da von einem solchen im vergangenen Jahrzehnt schon mehrfach die Rede gewesen war.

Die Fraktionsarbeit der CDU (oben mit Chef Stephan Kunz, M.) soll nun friedlicher werden. Bernd Ramakers (u., l.) hat vermittelt. Parteichef Michael Willmann zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. Foto: Jazyk (2), Woi

Michael Willmann, am 1. Oktober neugewählter Parteichef der CDU, zeigte sich mit dem Verlauf der mehr als zweistündigen Aussprache zufrieden: "Es war sehr konstruktiv, das hatte ich so nicht erwartet."

Die Fraktionsarbeit der CDU (oben mit Chef Stephan Kunz, M.) soll nun friedlicher werden. Bernd Ramakers (u., l.) hat vermittelt. Parteichef Michael Willmann zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis. Foto: Jazyk (2), Woi

Moderiert vom Neusser CDU-Kreistagsabgeordneten Bernd Ramakers, betonten die Christdemokraten ihren Willen, sich zusammenraufen zu wollen. Vertieft werden sollen die Ansätze einer Annäherung zwischen zum Teil langjährig verfeindeten Parteifreunden bei einem von Ramakers angebotenen Seminar, für das er einen qualifizierten Moderator in Aussicht stellte.

Dabei sollen ein Leitbild, Ideen und Regeln für den gegenseitigen Umgang erarbeitet werden. Darauf aufbauen soll eine Schulung durch die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) der Rommerskirchener Christdemokraten, bei der Teilnehmern Grundlagenkenntnisse der kommunalpolitischen Arbeit vermittelt werden sollen.

Mit ihrer jüngeren Vergangenheit wollen die Christdemokraten offenbar abschließen. Nicht ohne, dass diese jetzt noch einmal zur Sprache kam: Iris Willmann, die seit 1. Oktober für die Finanzen des Gemeindeverbands zuständig ist, attestierte Vorgänger Stephan Kunz "ein schlechter Kassierer" gewesen zu sein. Kunz selbst räumte Fehler ein.

"Ich muss mir richtigerweise ankreiden, das Problem nicht mit mehr Vehemenz angegangen zu sein", sagte er mit Blick auf die 30 bis 40 Mitglieder, bei denen — indes nicht allein während seiner Amtszeit — keine Beiträge kassiert worden waren. Laut Willmann haben sieben dieser Mitglieder die CDU inzwischen verlassen, bei weiteren acht sei "die letzte Mahnung" erfolgt. Insgesamt handele es sich aktuell noch um "18 Mitglieder, die nicht bezahlt haben", so Willmann.

Kunz' umstrittene Amtsführung war auch der Anlass für den nötig gewordenen "Waffenstillstand" gewesen: Am 1. Oktober hatten nur 13 Mitglieder für die Entlastung des alten Vorstands gestimmt, während sich bei zwei Gegenstimmen 18 enthielten. Hieß es zunächst, dass die Entlastung verweigert sei, erklärte sie die Union tags darauf als doch erteilt.

Die früherer CDU-Vorsitzenden Gerald Schneider und Marie-Louise Tepper sowie Ex-Fraktionschef Hubert Pane hatten dagegen Widerspruch eingelegt. Den zogen sie jetzt zurück, womit gleichsam ein dauerhafter Schwebezustand installiert wurde.

"Der alte Vorstand ist weder entlastet noch nicht entlastet", beschrieb Michael Willmann das Konstrukt. Kunz äußerte sich als CDU-Fraktionschef erstmals ausführlicher zu den Umständen, die zum Sturz seines Vorgängers Wolfgang Könen geführt hätten. Eine Übereinkunft, wonach Könen Vorsitzender der Fraktion bleiben und Kunz sein neuer Stellvertreter werden solle, sei hinfällig geworden, als versucht worden sei, den Wahltermin vorzuverlegen. Ohne Könen namentlich zu nennen, sprach Kunz von dem Versuch, zu diesem früheren Termin eine Mehrheit gegen ihn zu organisieren. "Schon Monate vorher war der 18. Juni terminiert", so Kunz, der die Abstimmung damals mit 6:5 Stimmen gewann.

(NGZ/rl)