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Rommerskirchen: Mit Feuerschale für Staatspreis nominiert

Rommerskirchen : Mit Feuerschale für Staatspreis nominiert

Diplom-Designer Thomas Binke hat die Feuerschale "Turas" kreiert. Damit tritt er kommende Woche in Dortmund an.

Von den im Handel erhältlichen Produkten unterscheidet sich die Feuerschale "Turas" von Thomas Binke in vielfacher Hinsicht: Die Kreation des Diplom-Designers besteht aus drei miteinander verhakten Stahlblechen. "Je mehr Gewicht auf ihr lastet, umso stabiler verkeilen die Seiten ineinander — das klassische Selbstverkeilungsprinzip eben", erklärt Binke. Mit seiner Feuerschale ist er für den "Staatspreis Manu Factum" im Kunsthandwerk nominiert worden. Die Jury wird unter zehn Arbeiten die Preisträger auswählen, die am 13. Juli im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund geehrt werden.

"Ich bin eigentlich nie darauf gekommen, mich zu bewerben", sagt der Produktdesigner. Kurz vor Ostern flatterte ihm ein Brief der Handwerkskammer ins Haus. Der Empfehlung, sich mit seiner Feuerschale doch einmal um den Staatspreis zu bewerben, kam Binke nach und landete mit ihr unversehens unter den zehn Besten in der Sparte Metalldesign. Der "Staatspreis Manu Factum" wird zum 26. Mal vergeben und gilt als die höchste staatliche Auszeichnung im Kunsthandwerk.

Unabhängig davon, ob Binke am übernächsten Samstag die Nase ganz vorn haben wird: Seine Feuerschale, die es in vier verschiedenen Größen gibt, wird ebenso wie die anderen nominierten Arbeiten aus acht Werkbereichen vom 14. Juli bis 8. August in dem Dortmunder Museum ausgestellt und ist auch in einem parallel dazu erscheinenden Katalog zu sehen.

Die Feuerschale ist schon einige Jahre alt, die Idee zu ihr noch um einiges älter: "Sie ist ursprünglich durch eine Erdnussschale entstanden", erinnert sich der Hoeninger. Dass die Feuerschale "sehr schnell und sehr erfolgreich verkauft wurde", war neben der Ermunterung durch die Handwerkskammer ein Faktor "der mich ermutigt hat, mich um den Preis zu bewerben."

Ehe Binke in Düsseldorf Kunst studierte, hatte der 49-Jährige das Handwerk des Drehers erlernt. Und das von der Pike auf und noch "ganz bodenständig nach alter Manier mit konventionellen Maschinen." Das Handwerk ermöglichte ihm auch, sein Studium zu finanzieren: Binke war lange im internationalen Messebau tätig, produzierte Messestände und verfügt auch über Erfahrungen als Möbeldesigner. Der Studiengang Schmuck und Design sei ihm damals förmlich "über den Weg gelaufen", sagt er. Parallel zum Studium war er bereits im Modeschmuckgewerbe tätig.

Die Nominierung für den Staatspreis sieht er selbst als eine Art Initialzündung an: Ob seine Schale nun preisgekrönt wird oder nicht, bewerben will er sich künftig auch mit anderen seiner Arbeiten. Ob es nun um Sitzmöbel geht, die mit Teelicht beheizbar sind, oder um andere ausgefallene Produkte: An Ideen mangelt es ihm nicht, aber "ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr nichts mehr zu entwickeln. Jetzt geht es erst darum, die schon fertigen Arbeiten zu vermarkten". In den vergangenen 27 Jahren hat er kontinuierlich an seinen Ideen gearbeitet. und ist bei vielen Ausstellungen vertreten.

"Auf Schloss Dyck bin ich immer mal wieder", sagt Binke, der Präsentationen in Botanischen Gärten bevorzugt. Diese wie auch Ausstellungen bei Handwerkskammern "zählen erfahrungsgemäß zu den erfolgreichsten", weiß der Designer. Abgesehen von der anstehenden Ausstellung in Dortmund wird er demnächst auch bei einer im Odenwald teilnehmen.

(NGZ)