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Rommerskirchen: Mertens führt SPD-Fraktion

Rommerskirchen : Mertens führt SPD-Fraktion

Nach dem überraschenden Rücktritt von Heinz-Peter Gless wählten die Sozialdemokraten gestern den 28-jährigen Evinghovener Martin Mertens zum Fraktionsvorsitzenden. Parteichef Johannes Strauch hatte zuvor abgewunken.

Bereits bei der jüngsten Ratssitzung hatte Heinz-Peter Gless gefehlt, gleichwohl war sein jetzt erklärter Rücktritt vom Amt des SPD-Fraktionsvorsitzenden für viele seiner Parteifreunde eine Überraschung. Gless machte persönliche Gründe für seinen Rückzug geltend, sein Ratsmandat will der Eckumer weiter ausüben.

Im Fraktionsgebäude an der Giller Straße klärten die Sozialdemokraten gestern Abend die Nachfolge: Einstimmig wurde Martin Mertens zum neuen Fraktionschef gewählt. Mit gerade einmal 28 Jahren dürfte er im weiten Umkreis der wohl jüngste Lokalpolitiker sein, der ein derart führendes Amt bekleidet. Johannes Strauch, Vorsitzender der Rommerskirchener SPD und im Rat zuvor Stellvertreter von Heinz-Peter Gless, hatte bereits im Vorfeld der außerordentlichen Fraktionssitzung klargestellt, dass er nicht auch noch Chef der SPD-Ratsvertreter werden möchte. Den Amtsverzicht von Gless bedauere er außerordentlich, so Strauch, der von einer hervorragenden Zusammenarbeit mit dem bisherigen Fraktionschef sprach.

Mit Martin Mertens setzt die SPD nach Strauchs Worten auf eine Verjüngung. Der neue Fraktionsvorsitzende ist 2000 in die SPD eingetreten. Nach seinem Abitur am Norbert-Gymnasium in Knechtsteden und anschließendem Zivildienst studierte er in Münster Kommunikations- und Politikwissenschaft. Ungeachtet seines Alters verfügt er über ein erhebliches Maß an politischer Erfahrung: Mertens war Referent des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Kurt Bodewig, arbeitete für die Kreis-SPD in Grevenbroich und ist seit vergangenem Herbst wissenschaftlicher Mitarbeiter des SPD-Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim. Das Interesse an der Politik hat er von seinem Vater geerbt: Peter Mertens – eigentlich überzeugter Sozialdemokrat – zählte 1994 zu den Mitgründern der UWG und war später Chef der "Freien Bürger". Insgesamt gehörte er mehr als ein Jahrzehnt dem Rat an. Unabhängig von seinem Karrieresprung ist Martin Mertens überzeugt, seinen Vater mittelfristig wieder in der SPD begrüßen zu können. Der neue SPD-Fraktionschef war zwei Jahre sachkundiger Bürger und zog 2009 in den Rat ein. "Dabei konnte er seinen Wahlkreis gegen den CDU-Bürgermeisterkandidaten Wolfgang Könen direkt gewinnen", so Johannes Strauch. Zugleich zog Mertens seinerzeit auch in den Kreistag ein. Derzeit schreibt er an seiner Doktorarbeit: Promovieren will Martin Mertens mit einer empirischen Untersuchung über den "Populismus in der Politik" und seine Auswirkungen auf die Wähler. Am Kurs der SPD-Fraktion werde sich nichts ändern, erklärt Martin Mertens. "Auch wenn wir auf eigene Vorstellungen nicht verzichten, werden wir natürlich Bürgermeister Albert Glöckner wie bisher unterstützen."

(NGZ)