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Rommerskirchen: Mehr Enkeltrick-Betrüger

Rommerskirchen : Mehr Enkeltrick-Betrüger

Mit dem sogenannten Enkeltrick haben Kriminelle einen 84-jährigen Delrather um mehrere Tausend Euro gebracht. Bei zwei weiteren Seniorinnen scheiterte die Masche. Die Polizei registriert eine Zunahme der Straftaten.

Das Telefon klingelt. Der Senior (84) hebt ab. In der Leitung ist eine Frau, die sich als Enkelin des Mannes ausgibt. Sie sei in Not, wolle eine Wohnung kaufen, brauche dringend Geld. Der Senior will helfen, verabredet sich mit der vermeintlichen Enkelin zur Geldübergabe auf offener Straße. Kurz darauf erscheint ein Mann am Von-Sack-Platz, gibt sich als Anwaltsgehilfe aus. Die Enkelin könne nicht kommen, er solle das Geld abholen. Der Senior händigt ihm einen Briefumschlag mit mehreren Tausend Euro aus, woraufhin der Mann über die Hüttenstraße in Richtung Sankt-Peter-Straße verschwindet.

Bankmitarbeiter warnt

Der Senior wurde Opfer eines Betrugs. Wie die Polizei gestern mitteilte, haben Kriminelle den 84-Jährigen bereits am vergangenen Donnerstag mit dem Enkeltrick um seine Ersparnisse gebracht. Erst nach der Geldübergabe dämmerte ihm, dass er Kriminellen auf den Leim gegangen war. Ein Anruf des Delrathers bei seiner Enkelin bestätigte den Verdacht. Zwei weitere Seniorinnen (82, 86) erhielten am Donnerstag ebenfalls Anrufe von der vermeintlichen Enkelin, gingen aber nicht auf die Forderungen ein. In einem Fall verhinderte offenbar ein Bankmitarbeiter Schlimmeres, der eine der Damen vor möglichem Trickbetrug warnte, als sie einen höheren Geldbetrag von ihrem Konto abheben wollte.

Die Polizei hat kaum Mittel, die dreisten Täter zu schnappen. "Die Ermittlungen sind in diesen Fällen sehr schwierig", sagt der Sprecher der Polizei im Rhein-Kreis Neuss, Hans-Willi Arnold. "Die Täter gehen in der Regel arbeitsteilig vor: Die Anrufe kommen oft aus dem Ausland, Komplizen vor Ort versuchen dann, das Geld abzuholen."

Die Polizei registriert in diesem Jahr eine deutliche Zunahme von Betrug zum Nachteil älterer Menschen: Gab es von Januar bis August 2011 sieben solcher Fälle, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres 17 Fälle. Neben dem Enkeltrick zählen dazu auch andere Maschen wie etwa "Der falsche Stadtwerker", "Der falsche Gas-Wasser-Installateur" oder "Die schwangere Frau". Wobei es laut Arnold dabei immer darum geht, "ins Haus des Opfers zu gelangen — und die Tür für einen Komplizen geöffnet zu lassen". Dieser nutze die Gelegenheit dann für einen Diebeszug.

Bei Betrügern beliebt ist zudem das "Geldautomat-Chaos", wobei die Täter ihren Opfern am Geldautomaten auflauern. Hat das Opfer die PIN eingegeben, werden die Täter aktiv. Sie beschimpfen das Opfer, sorgen für Chaos am Automaten und nutzen die Verwirrung, um die mögliche Höchstsumme auszahlen zu lassen — und dann mit den Scheinen zu verschwinden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Maschen der Trickbetrüger

(NGZ/rl)