1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Mehr Alpakas auf dem Neu Hövelerhof

Rommerskirchen : Mehr Alpakas auf dem Neu Hövelerhof

Auf dem Ansteler Reiterhof spielen die Kamele neben der Wollerzeugung eine wichtige Rolle für den Reitbetrieb.

Für den Neu Hövelerhof wird 2013 ein ganz besonderes Jahr. Dies gilt zum einen für die drei seit gut zwei Jahren hier lebenden Alpakas: Die domestizierten Kamele, die ursprünglich eigentlich aus den Anden stammen, werden sich nämlich im neuen Jahr deutlich vermehren. Alle drei Zuchtstuten sind trächtig und werden im Mai Nachwuchs bekommen. Damit nicht genug: Voraussichtlich gleichfalls im Frühjahr will Günter Klomfass in Irland eine ganze Herde mit 15 bis 20 Tieren hinzukaufen. Perspektivisch soll es auf dem Neu Hövelerhof bis zu 100 Alpakas geben.

Klomfass, der 2010 den 1856 erbauten Hof gekauft hat, verfolgt mit den Alpakas ein doppeltes Ziel: Auch wenn es sich Laien nicht auf den ersten Blick erschließen mag, können die Tiere nämlich eine wichtige Rolle für den Reitbetrieb spielen: "Über die Alpakas können so genannte ,Angstkinder' leichter an die Pferde heran geführt werden", sagt Klomfass, der zugleich Vorsitzender des auf seinem Hof ansässigen Reit-Fahr- und Voltigierverein (RFVV) Pferdesportfreunde Gillbach ist. Geeignet sind Alpakas zudem für die therapeutische Arbeit mit schwerstbehinderten Kindern.

Darüber hinaus spielen bei Günter Klomfass' Überlegungen natürlich auch ökonomische Gründe eine Rolle. Die Wolle der Alpakas ist hochbegehrt und erzielt aktuell einen Kilopreis von 17 Euro. "Es ist die hochwertigste Wolle, die es gibt", sagt Klomfass. Die Wolle ist von innen hohl und gewährleistet einen hochwertigen Wärmeaustausch, erläutert er.

Auch wenn es Alpakas vor allem in Peru, Bolivien und Chile gibt, haben sich die Tiere längst schon "europäisiert": Von den drei Zuchttieren, die bisher auf dem Neu Hövelerhof leben, stammen zwei aus England und eines aus den Niederlanden.

Beim Bau einer weiteren Reithalle, die eigentlich schon 2012 hätte fertig sein sollen, hat das Wetter nicht mitgespielt: Dennoch wird sie in absehbarer Zeit fertig sein, womit die Bautätigkeit auf dem Reiterhof erst einmal beendet sein soll. Das Ziel von Günter Klomfass und seiner Frau Evelyn, aus dem Neu Hövelerhof eine hochkarätige Pferdepension zu machen, dürfte damit in greifbarer Nähe gerückt sein.

Einen regelrechten Boom erleben seit ihrem 2009 erfolgten Rauswurf aus dem Ansteler Ziegelhof die Pferdesportfreunde: Auf neuem Terrain ist deren Mitgliederzahl von knapp 300 Mitgliedern 2010 zum Jahresende 2011 auf 500 gestiegen und ist aktuell bei rund 630 Aktiven angelangt: Mehr als 500 davon sind Kinder und Jugendliche. 15 Reit- und Voltigiertrainer sowie -betreuer kümmern sich darum, dass der Reitbetrieb mit derzeit 20 Pferden vom Shetland-Pony bis zum Kaltblüter floriert — an nahezu 365 Tagen im Jahr.

Hochbetrieb herrschte auf dem Hof erst unlängst wieder bei der traditionellen "Reiter-Weihnacht", bei der sich dort viele hundert Gäste tummelten und mit einem umfangreichen Programm bestens unterhalten wurden. Auch 2013 zählen insbesondere die beliebten Reiterferien zu den Highlights im Angebot des RFVV.

(NGZ)