Martin Mertens sieht Chancen für Batterieproduktion in Rommerskirchen

Strukturwandel in Rommerskirchen : Mertens sieht Chancen für Batterieproduktion am Gillbach

Für den Bürgermeister böte eine solche Ansiedlung eine gute Zukunftsperspektive im Rheinischen Revier.

Der sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vollziehende Strukturwandel im Rheinischen Revier durch den perspektivischen Ausstieg aus der Braunkohle beschäftigt Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens stark. Zwei Kernfragen dabei: Wo und wie können in der Region neue Arbeitsplätze geschaffen werden – als Ersatz für die Jobs, die in der Braunkohlesparte wegfallen? Eine mögliche Antwort: Durch Ansiedlung einer Firma, in der Batteriezellen für Elektroautos hergestellt werden. Und Mertens hält es sogar für durchaus realistisch, dass sich ein solches Unternehmen auf Rommerskirchener Gebiet ansiedeln könnte.

Platz wäre jedenfalls da, wie der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert: „Wir verfügen über Erweiterungsflächen fürs Kraftwerk, die dafür in Zukunft ja nicht mehr gebraucht werden.“ Allerdings: Wenn eine neue Batteriezellenfabrik statt in Rommerskirchen in einer der Nachbarkommunen wie Grevenbroich oder Bedburg gebaut würde, „würde mich das auch freuen“, betont Mertens. „Denn das wäre für uns alle gut. Wichtig ist, dass wir qualitativ hochwertige Arbeitsplätze in die Region holen, die Wertschöpfung verbessern und dass wir gleichzeitig innovativ und zukunftsweisend aufgestellt sind.“

Unbestritten ist, dass die Region gute Rahmenbedingungen für den Aufbau von Zukunftstechnologien bietet. Mertens steht mit seiner Einschätzung jedenfalls nicht alleine da, wenn er urteilt: „Neben der guten Verkehrs- und Energieinfrastruktur stellen die räumliche Nähe zur Chemieindustrie und zu unseren westeuropäischen Nachbarn ideale Bedingungen dar.“ Auch der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hatte bereits Anfang dieses Jahres kundgetan, dass das Rheinische Revier die „Jahrhundertchance“ habe, europäische Modellregion für Energie- und Ressourcensicherung zu werden.

Der Bedarf und das Interesse großer Unternehmen, in Deutschland mehr Produktionsstandorte für Batterienzellen für Elektroautos zu schaffen, ist groß. Denn bislang wird der Markt in diesem Bereich total von Unternehmen aus Fernost beherrscht, die Bundesrepublik hinkt weiter hinterher. Mertens tauschte sich jetzt mit Experten des „Think-Tanks Rheinland“ und der allocate International GmbH aus, die die Projektentwicklung für eine Batteriezellenfertigung im Rheinland vorantreiben möchte. allocate arbeitet dabei mit einem Konsortium namhafter Firmen aus Bereichen wie zum Beispiel Energie, Verkehr und Kommunikation zusammen.

Rommerskirchens Rechtsamtsleiter Gregor Küpper, der sich auch über die Batteriezellenproduktion informiert hat, nannte noch einen wichtigen Vorteil, der mit der Ansiedlung einer sogenannten Gigafactory, also einem großen Herstellungsbetrieb für Batteriezellen, einher gehen würde: „Diese Produktionsstätten können auch selbst als Energiespeicher dienen und ein Puffer in energiearmen Zeiten sein. Damit können Netzschwankungen aufgefangen werden.“

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