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Rommerskirchen: Martin Mertens ab 23. Juni Bürgermeister

Rommerskirchen : Martin Mertens ab 23. Juni Bürgermeister

Nach deutlichen Zugewinnen für die SPD, die auch den Bürgermeister stellt, analysiert nicht nur die CDU die Gründe.

Am "Tag danach" fällt die ganze Anspannung ab und weicht "Kopf- und Gliederschmerzen". Der zukünftige Rommerskirchener Bürgermeister Martin Mertens (SPD) ist trotzdem glücklich: "Es ist ein tolles Gefühl, von den Bürgern gewählt worden zu sein - und das auch noch in dieser Deutlichkeit", sagt der 31-Jährige. Mertens erhielt 60,8 Prozent, sein CDU-Mitbewerber Michael Willmann 33,1 Prozent. "Dieses Ergebnis freut mich sehr, da es eine Anerkennung für die Arbeit der gesamten SPD der vergangenen Jahre ist", betont Fraktionschef Mertens, der seinen Parteikollegen Albert Glöckner nach 15 Jahren an der Rathausspitze ablösen wird. Mertens selbst holte seinen Wahlkreis mit dem zweitbesten SPD-Ergebnis, nur Ralf Steinbach holte mehr Stimmen.

 Martin Mertens und Diana Geldermann beim Eintreffen im Rathaus. Michael Willmann (o. r.) gratuliert seinem Mitbewerber, dem neuen Bürgermeister, ebenso der Amtsinhaber Albert Glöckner und Wahlleiter Hermann Schnitzler (u.r.).
Martin Mertens und Diana Geldermann beim Eintreffen im Rathaus. Michael Willmann (o. r.) gratuliert seinem Mitbewerber, dem neuen Bürgermeister, ebenso der Amtsinhaber Albert Glöckner und Wahlleiter Hermann Schnitzler (u.r.). Foto: ON

Bis Mitte Juni ist Mertens noch Büroleiter des Landtagsabgeordneten Ibrahim Yetim (SPD), heute wird er wieder dort arbeiten. Am Wochenende geht es für den zukünftigen Bürgermeister gleich mit der Schirmherrschaft der "Highland Games" in Hoeningen und anderen Terminen weiter. "Ich freue mich auf meine Arbeit für die Gemeinde", sagt Mertens, der sich bei seinem Wahlkampfteam bedankt.

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Die SPD wird trotz großer Gewinne weiterhin mit den Grünen, der UWG und der FDP zusammenarbeiten, darauf verständigten sich alle vier Parteien noch am Wahlabend. Damit ist die CDU weiterhin die einzige Opposition. "Wir müssen das Wahlergebnis genau analysieren und daraus unsere Schlüsse ziehen", sagte ein enttäuschter Michael Willmann am Wahlabend. "Ich freue mich darauf, im Gemeinderat Rommerskirchen mitgestalten zu können", blickte er voraus. Seine Parteikollegen zeigten sich am Wahlabend im Rathaus geschockt. So sagte der ehemalige CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Wolfgang Könen: "Ich bin erschrocken." Dieses eindeutige Ergebnis bedürfe einer offenen und schonungslosen Aufarbeitung. "Warten wir jetzt ab, ob und welche Personalentscheidungen daraus folgen", meint er. Könen, der 2012 eine Kampfabstimmung um den Fraktionsvorsitz mit 5:6 gegen Stephan Kunz verloren hatte, sieht das Wahlergebnis von Sonntag als "Quittung für die Fraktionsarbeit von Stephan Kunz und seines Führungsteams".

CDU-Mitglied Walter Giesen gratulierte Mertens: "Er hat gezeigt, wie man erfolgreich und in aktiver Teamarbeit geplante Ziele und Vorstellungen glaubhaft vermittelt." Erschreckend sei, dass der CDU "jegliche Akzeptanz in der Bevölkerung fehlt", so Giesen: "Der Bürger merkt dies. Als logische Konsequenz wurde sie regelrecht abgestraft."

Die UWG-Fraktionschefin Ulrike Sprenger ist enttäuscht, dass einer von drei Sitzen verloren ging: "Eine der Ursachen war sicher, dass es ein Bürgermeister-Wahlkampf war und sich für die SPD eine gewisse Sogwirkung ergeben hat", meint Sprenger. Die UWG konnte zwar ihre Stammwählerschaft halten, aber in den Neubaugebieten hat sie besonders schlecht abgeschnitten. "Wir müssen unsere Politik bekannter machen und die Bürgernähe intensivieren, insbesondere bei den Jugendlichen", so Sprenger.

(NGZ)