1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Margret Lichter verlässt Tafel-Verein im Streit

Rommerskirchen : Margret Lichter verlässt Tafel-Verein im Streit

Viereinhalb Jahre lang gehörte die stellvertretende Vorsitzende zu den Stützen der Tafel. Jetzt warf sie das Handtuch. Sie fühlt sich gemobbt.

Kunden und Besucher der Rommerskirchener Tafel, die in den vergangenen Monaten nach Margret Lichter fragten, trafen sie dort selten an. Keineswegs zufällig, wie sich inzwischen herausgestellt hat: Bereits bis Ende Juli hatte sie eine Pause eingelegt und zugleich den stellvertretenden Vorsitz niedergelegt. Inzwischen ist Margret Lichter sogar aus dem Tafel-Verein ausgetreten. "Das Arbeitsverhältnis untereinander war für mich nicht mehr tragbar", begründet sie ihren Schritt. "Ich fühlte mich gemobbt — von einigen Personen", sagt Margret Lichter.

Zu Details möchte sie sich nicht äußern. Leicht ist ihr der Entschluss nicht gefallen: "Es war ein Stück Lebensaufgabe, aber nicht unter allen Umständen." Gemeinsam mit der bis Jahresbeginn amtierenden Tafel-Vorsitzenden Heidrun Zellekens war Margret Lichter eine Art Aushängeschild der im April 2009 gegründeten Tafel. Sie hat deren Kleiderkammer aufgebaut und war auch für die Haushaltswarenabteilung zuständig.

Zu einer Zäsur kam es im Juni 2012. Lichter, die einmal wöchentlich für die Mitarbeiter kochte, stürzte im Tafel-Domizil an der Eckumer Bahnstraße unglücklich. Eine ausgekugelte Schulter und zwei abgesplitterte und gebrochene Knochen erzwangen einen fast sechswöchigen Krankenhausaufenthalt, auf den eine dreiwöchige Kur folgte. Im Herbst war sie dann soweit wiederhergestellt, dass sie wieder bei der Tafel mitmachen konnte — wobei die atmosphärischen Störungen ihr zufolge aber erst in diesem Jahr aufgetreten sind. "Man sprach nicht mehr miteinander", sagt Lichter enttäuscht.

"Traurig und schade" nennt die Tafel-Vorsitzende Heike Hendrich den Rückzug von Lichter. "Wir bedauern sehr, dass sie nicht mehr aktiv sein will. Sie hat großartige Arbeit geleistet und ist nach wie vor jederzeit herzlich bei uns willkommen", sagt Hendrich. "Mir persönlich tut es super leid." Ungeachtet dessen "kann von schlechter Stimmung unter den Helfer keine Rede sein. Der eine ist für den anderen da und wir vertreten uns gegenseitig", sagt die Nettesheimerin. Hendrich zufolge konnten in den vergangenen Monaten neue Helfer und Mitglieder gefunden werden. Mittlerweile sind 27 Ehrenamtler im wöchentlichen Einsatz. "Wir danken allen Bürgern, die uns mit Geld und Sachspenden unterstützen", sagt Hendrich. Für sie sind die Spannungen zwischen Lichter und einzelnen Helferinnen quasi eine Folgewirkung ihres Unfalls. "Die Arbeit wurde währenddessen zwangsläufig von anderen gemacht." Lichter habe nach ihrer Rückkehr mit Kritik nicht hinter dem Berg gehalten, die von den Helferinnen nicht geteilt wurde. Was Margret Lichter jetzt tun will, weiß sie noch nicht: "Im Moment quäle ich mich wegen des Unfalls immer noch mit der Versicherung herum."

(NGZ)