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Rommerskirchen: Kunz neuer CDU-Fraktionschef

Rommerskirchen : Kunz neuer CDU-Fraktionschef

Stephan Kunz stürzte CDU-Fraktionschef Wolfgang Könen in einer Kampfabstimmung mit 6:5, der restliche Vorstand trat nicht mehr an. Parteichef Könen legte sein Ratsmandat nieder. Der Kreisvorsitzende will vermitteln.

Die CDU-Fraktion hat einen neuen Vorstand: Bei der turnusgemäßen Neuwahl stürzte Stephan Kunz den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Könen. In einer Kampfabstimmung votierten sechs Mitglieder für Kunz und fünf für den Amtsinhaber. Darauf hin verzichteten die anderen Vorstandsmitglieder auf ihre Wahl.

Könen bleibt vorerst Parteichef, sein Ratsmandat legte er gestern jedoch nieder: "Ich will den Neuanfang nicht mit meiner Person belasten." CDU-Kreisvorsitzender Lutz Lienenkämper will in den nächsten Tagen mit allen Beteiligten sprechen: "Wir müssen wieder den politischen Gegner ins Visier nehmen und uns auf unsere Arbeit für Rommerskirchen konzentrieren." Die Abwahl eines Fraktionschefs hält er für "einen demokratischen Vorgang", den er akzeptiere.

Der neue Fraktionschef Stephan Kunz (43), Sparkassenbetriebswirt, erläutert: "Ich habe der Fraktion ein Angebot für die nächsten zweieinhalb Jahre gemacht." Die schwierige finanzielle Situation sowie Bildung, Betreuung und Seniorenfragen müssten angegangen werden. Über die Abwahl-Gründe schweigt Kunz: "Zu fraktionsinternen Angelegenheiten will ich nichts sagen." In der hitzigen Diskussion soll es laut Infos der NGZ um die verlorene Landtagswahl gegangen sein.

Wolfgang Könen fühlt sich von Stephan Kunz getäuscht: "Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich Vorsitzender bleibe und er mein Stellvertreter wird." Könens bisheriger Vize Heinz-Werner Vetten sei einverstanden gewesen. Am Abend vor der Wahl habe Kunz Könen verständigt, nun doch für den Vorsitz zu kandidieren. "Er fühlte sich an sein Wort nicht mehr gebunden", kommentiert Könen. Kunz hält dem entgegen: "Absprachen sind nur dann Absprachen, wenn sie von beiden Seiten als solche angesehen werden. Ich bin ein Mann, der sich an Absprachen hält."

Das sieht der abgewählte Fraktionschef nicht so: Bei der Kandidatennominierung für den Rat 2009 habe Kunz entgegen einem von ihm mitgefassten Vorstandsbeschluss den damaligen Fraktionschef Hubert Pane gekippt, wirft Könen ihm vor. "Ich rede mit den Menschen und nicht über sie", hält Kunz dagegen. Er betont, er könne sich eine weitere Zusammenarbeit mit Könen in der Fraktion wie der Partei gut vorstellen. Darüber, ob er Parteichef bleiben wird, will Könen erst nach den Sommerferien entscheiden. Den Parteivorsitz strebe Kunz "definitiv nicht" an. Auch die Bürgermeisterkandidatur der Union sei noch in weiter Ferne. "Dann entscheiden die CDU-Mitglieder und nicht die Fraktion", sagt Kunz.

SPD-Fraktionschef Martin Mertens zeigte sich überrascht über den Wechsel. "Die sachbezogene Zusammenarbeit mit der CDU werden wir weiter fortsetzen", sagte er.

(NGZ/rl)