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Rommerskirchen: Kunstrasen ohne Laufbahn

Rommerskirchen : Kunstrasen ohne Laufbahn

Ein Kunstrasenplatz am Nettesheimer Weg wird wohl ohne 400-Meter-Laufbahn entstehen. Ein Arbeitskreis wird in Kürze entscheiden. Die SG Rommerskirchen /Gilbach will ab Sommer auf neuem Belag spielen.

Beim Projekt Kunstrasen ist die SG Rommerskirchen/Gilbach derzeit voll im Zeitplan. "Wir sind in abschließenden Verhandlungen mit dem Generalunternehmer", sagt Präsident Karl Heinz Wandke. Um den zu vergebenden Auftrag letztlich genau definieren zu können, müssen die Fußballer noch eine Stellungnahme der Politik einholen: In der zweiten Septemberhälfte soll der vom Rat eingesetzte Arbeitskreis Kunstrasen darüber entscheiden, ob für den neuen Platz am Nettesheimer Weg weiterhin eine 400-Meter-Laufbahn benötigt wird.

Dass der Fußballverein hierfür nicht unbedingt Bedarf hat, ist leicht nachzuvollziehen. Doch auch die anderen Nutzer könnten offensichtlich ohne diese "klassische" Laufbahn leben. Laut Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert hat der Turnverein Rommerskirchen als weiterer Hauptnutzer der Sportanlage am Nettesheimer Weg bereits erklärt, keine solche Laufbahn zu benötigen. Die Gillbachschule braucht den Sportplatz in erster Linie für die Bundesjugendspiele: Nach deren Wettkampfrichtlinien reicht bis zum Alter von zwölf Jahren ein 50-Meter-Sprint. Eine 60-Meter-Laufbahn inklusive Weitsprunganlage sollte für die Abhaltung von Bundesjugendspielen grundsätzlich genügen, ist Reimert überzeugt. Er verweist in diesem Zusammenhang auf das Hoeninger Beispiel, wo die Kunstrasenanlage entsprechend ausgestattet worden ist. Ausdauerläufe über 800 Meter können Reimert zufolge grundsätzlich auch auf dem eigentlichen Kunstrasenplatz absolviert werden. Die einzigen, die bisher eine 400-Meter-Laufbahn genutzt haben, sind die diejenigen, die für das Deutsche Sportabzeichen trainieren, beziehungsweise die Leistungsprüfungen abnehmen. Doch auch aus dieser Richtung ist wohl nicht mit Widerstand zu rechnen..

Mit dem Verzicht auf eine 400-Meter-Laufbahn in der gesamten Gemeinde mag sich Heinz-Peter Gless (SPD) nicht recht anzufreunden. Ihm zufolge sollten daher alle denkbaren Nutzer ihren Verzicht schriftlich erklären. Sollte der Arbeitskreis noch in diesem Monat grünes Licht für den Verzicht auf die Laufbahn geben, könnte es zügig weitergehen. Wandke hofft, dass noch in diesem Jahr der Ratsbeschluss gefasst wird. Wie in Hoeningen auch wird die Gemeinde mit im Boot sein. Mit der DJK Hoeningen hat sie einen Nutzungvertrag über 20 Jahre geschlossen. Als Betriebskostenzuschuss fließen jährlich 13 500 und als Investitionskostenzuschuss 25000 Euro an die Hoeninger Fußballer. Geht alles glatt, "dann wollen wir im Sommer den Kunstrasen anlegen", sagt Wandke.

(NGZ)