Kultursommer in Reiters Scheune

Dauerbrenner seit 1997 : Viele Attraktionen beim Kultursommer in Reiters Scheune

Auch die zweite von Robert Jordan organisierte Veranstaltung in Evinghoven ist eine rundum gelungene und abwechslungsreiche Angelegenheit.

Über Mangel an Beschäftigung musste eigentlich noch nie ein Besucher des Kultursommers in Reiters Scheune klagen. Zu schauen, zu entdecken und zu besprechen gab es seit der Premiere 1997 mmer etwas, das den eigenen Geschmack traf. Dies gilt nicht minder für den aktuellen Kultursommer, den zweiten, den Robert Jordan organisiert hat.

„ErdReich“ lautet das Motto, das zu vielen Überlegungen Anstoß geben kann, wie Jordan schon bei der Vernissage des, noch bis Sonntag, 24. Juni, dauernden Kultursommers deutlich machte. Dank Jordan, der in Sachen Kulturmanagement über viele Jahre Erfahrung verfügt, kamen zum Stammpublikum der Ausstellung auch zahlreiche neue Gäste, von denen nicht wenige bis dato bestenfalls schemenhaft wussten, wo Evinghoven liegt. Begeistert zeigten sich viele, unter anderem der Neusser Auktionator Lothar P. Giesen, von dem Gehöft an der Widdeshovener Straße.

Martha Reiter und ihr verstorbener Mann Heinz hatten den „Restbauernhof“ vor knapp 30 Jahren gekauft und wieder in Schuss gebracht. Nicht zuletzt die Scheune und der 2000 Quadratmeter große Garten hatten es den Besuchern angetan. Noch bis kommenden Sonntag sind sie mit Kunstwerken geradezu gespickt. Nicht weniger als 33 Aussteller hatte Robert Jordan gewinnen können. Deren Werke orientieren sich mal mehr, mal weniger eng am Motto der Ausstellung. Ex-Bürgermeister Albert Glöckner, der bereits seit Jahren im Fototeam von Helmut Zilliken aktiv ist, hatte sich den Erdbewegungen im Tagebau Garzweiler gewidmet und steuerte einige eindrucksvolle Bilder zur Fotoausstellung in Martha Reiters Atelier bei.

Neben Fotografien finden sich Skulpturen, Gemälde und etliche Exponate der Objektkunst auf dem weitläufigen Gelände. Besonderen Spaß macht die Suche nach ihnen offensichtlich im von Robert Jordan der besonderen Aufmerksamkeit empfohlenen Garten, wo sich ein Besucher geradezu ans Ostereiersammeln erinnert fühlte. Martha Reiter dankte hier insbesondere Sonja Kreutzer, „die maßgeblich an der Gartengestaltung beteiligt ist“.

Flankiert wird die Ausstellung auch diesmal wieder von viel Musik. Die Band „Jazz we can“ ist bereits aufgetreten, Laurent Chevalier, ein Mann der ersten Stunde des Kultursommers, gastierte mit französischen Chansons dort,  und am Freitagabend gibt es ab 19.30 Uhr ein Konzert von Professor Bottleneck (Rolf Heimann), der von Frank Born mit der Mundharmonika begleitet wird. Einen hervorragenden Eindruck hinterließen auch die „Big Flapps“, das neu formierte Saxophon-Quartett der Kreismusikschule unter der Leitung von Dominik Oppel.

Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens zitierte in seinem Grußwort zur Veranstaltung Jean Paul: „Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens.“ Diesen „Wein“ zu genießen, besteht noch bis Sonntag Gelegenheit.