Rommerskirchen: Künstler-Krach beigelegt

Rommerskirchen : Künstler-Krach beigelegt

Mit einer Ausstellung bei der Sparkasse Neuss in Eckum startete der Kunst- und Kulturkreis KuKuK in seine "Jubiläumswoche": Am Freitag wird im Ratssaal das zehnjährige Bestehen gefeiert.

Vier Monate nach dem großen Krach hat sich beim Kunst- und Kulturkreis KuKuK der "Pulverdampf" wieder einigermaßen verzogen. Die im November angesichts des Austritts etlicher Mitglieder abgesagte "Geburtstagsfeier" zum zehnjährigen Bestehen wird kommenden Freitag im Ratssaal nachgeholt. Flankiert werden die Feierlichkeiten durch eine Ausstellung in der benachbarten Sparkasse, an der zwölf bildende Künstler des KuKuK teilnehmen.

KuKuK-Vorsitzender Michael Hoesslin bekräftigte bei der Ausstellungseröffnung noch einmal seinen Standpunkt, wonach der KuKuK "keine elitäre Vereinigung" sein dürfe. Die im November ausgetretenen Mitglieder hatten ihre Mitarbeit unter anderem wegen mangelnder Qualität bei einigen Ausstellungen begründet (die NGZ berichtete). Potenziell konfliktträchtig war bei der Eröffnung die Anwesenheit von Heinz und Martha Reiter, die dem KuKuK nach langen Querelen den Rücken gekehrt hatten — angesichts des feierlichen Rahmens blieb der Eklat indes aus.

Selbst nicht eingeladen, konnten sie jedoch etliche Freunde und Bekannte willkommen heißen: Die waren nämlich vom KuKuK mittels einer noch von ihnen mit erstellten Adressenliste angeschrieben worden. Sehr zum Ärger von Martha Reiter, die jedoch mit Blick auf künftige Events für Klarheit sorgen konnte: "Mir wurde versichert, dass es nicht mehr vorkommt."

So sehr Michael von Hoesslin den Austritt von neun Einzelmitgliedern und des achtköpfigen Autorenzirkels bedauert — inzwischen gibt es beim KuKuK vier neue Mitstreiter. Im Mittelpunkt der Vernissage stand die Kunst, die einem von Hans-Jürgen Peters (Sparkasse Neuss) zitierten Ausspruch Pablo Picassos nach "den Staub des Alltags von der Seele wischt." Bürgermeister Albert Glöckner ließ keinen Zweifel am Stellenwert des KuKuK, der im vergangenen Jahrzehnt "eine echte Bereicherung für die Gemeinde Rommerskirchen geworden ist." Welche Kunst dem Einzelnen gefalle, sei "keine Frage des Geschmacks oder des Kunstverstands, sondern des ,Wiederfindens' von Gefühlen", zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Nach den Worten der Kunsthistorikerin Gabriele Bundrock-Hill bilden die ausgestellten Arbeiten "ein buntes Kaleidoskop aus dem malerischen und skulptural-plastischen Bereich der Kunst ." In der Ausstellung träfen "unterschiedliche künstlerische Temperamente, Arbeitsweisen und Ausdrucksformen aufeinander", so die Kunsthistorikerin. Auch die Musik kam bei der Eröffnung nicht zu kurz: Drummer Michael von Hoesslin, Sängerin Julia Monteiro Abreu, Keyboarder Heiner Schettler und Peter Güttler sorgten als Jazzband "Arcus" für beste Unterhaltung bei den überaus zahlreich erschienenen Gästen.

(NGZ/rl)
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