Rommerskirchen: Kubanerin schlägt Brücken in ihr Land

Rommerskirchen: Kubanerin schlägt Brücken in ihr Land

Die 26-jährige Studentin Odeisy Carmenate kümmert sich ehrenamtlich um freundschaftliche Beziehungen zwischen der Gemeinde Rommerskirchen und den Menschen in ihrer Heimat.

Sie ist überzeugend, engagiert und aufgeschlossen, hat eine charmante und freundliche Art, und sie spricht nach sechseinhalb Jahren in der Bundesrepublik sehr gut Deutsch: Odeisy Carmenate ist wie geschaffen für die Rolle der "ehrenamtlichen Kubabeauftragten der Gemeinde", wie Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens sie nennt. Die 26 Jahre alte Studentin der Sozialarbeit und Sozialpädagogik knüpft eifrig Bande zwischen Rommerskirchen und ihrem Heimatland Kuba, wo sie aufgewachsen ist.

Ihr Ziel sei es, dass beide Seiten profitieren, erzählt sie. "Ich habe hier in Deutschland eine komplett andere Kultur kennengelernt, das wünsche ich mir für andere Menschen auch", sagt sie. Und: In Kuba sei jetzt zum Beispiel berufliche Selbständigkeit möglich; Kubaner könnten von deutschen Selbständigen wertvolle Tipps bekommen. Umgekehrt könnte Deutschland in Sachen Bio-Lebensmittel noch einiges von Kuba lernen. Ansätze, die der Bürgermeister ausdrücklich unterstützt. "Ich betrachte den Austausch als enorme kulturelle Bereicherung", sagt Mertens. Für die Wirtschaft hüben wie drüben könnten sich Vorteile ergeben. "Ich würde es begrüßen, wenn unsere Firmen hier den kubanischen Markt erschließen würden - zum Beispiel im Agrobusiness. Schließlich hat Rommerskirchen mit Betrieben wie zum Beispiel dem Damianshof und dem Wissenschaftlichen Geflügelhof Sinsteden eine Art Forschungsschwerpunkt beim Thema Landwirtschaft. Damit könnten wir diesem Schwellenland auch konkret helfen. Denn Kuba hat ein Ernährungsproblem." Ein Unternehmen aus dem Rommerskirchener Gewerbepark hat bereits ein Standbein in Kuba, allerdings auf einem anderen Sektor. Die Firma Kores ist ein Fachhandel für Bürobedarf.

Odeisy Carmenate kam über den Verein "Soli Cuba" an ihre ehrenamtliche Aufgabe. "Soli Cuba" ist vor allem in der kubanischen Großstadt Camagüey (rund 323.000 Einwohner) aktiv. "Wir machen dort viel zum Thema Wasser", erzählt Carmenate. So sei zum Beispiel unlängst eine solare Wasseraufbereitungsanlage aus Mitteln des Vereins und aus Spenden angeschafft worden, die in Kuba für ein Kinderkrankenhaus eingesetzt wird.

Die Mitgliederversammlungen von "Soli Cuba" finden zwar in Düsseldorf statt, doch seinen Sitz hat der Verein im Rommerskirchener Ortsteil Deelen. Auch die Vorsitzende Stephanie Remus lebt in Rommerskirchen - ebenso wie Carmenates Partner Niklas Odenthal, der sich auch schon bei "Soli Cuba" engagiert. Beide sind seit Dezember 2016 sogar im Vorstand. Sie halten Kontakt zum "Instituto cubano de Amistad con los Pueblos", dem Institut für Völkerfreundschaft. Dessen Deutschlandbeauftragter Yodier Cabrea Rozalez stattete Rommerskirchen gerade erst einen Besuch ab und war Ende Januar im Rathaus zu Gast.

Odeisy Carmenate strebt an, dass auch einmal eine Gruppe aus der Gemeinde ihr Heimatland besucht. Bürgermeister Martin Mertens ist bereits dort gewesen. Weitergeführt werden sollen kubanische Abende in Rommerskirchen mit Musik, Speisen, Getränken und gegebenenfalls Vorträgen. Der nächste sei für September vorgesehen, kündigt die Kubabeauftragte an.

(NGZ)