Rommerskirchen: Kritik an CDU-Fraktionsspitze

Rommerskirchen : Kritik an CDU-Fraktionsspitze

Der Sturz von Fraktionschef Wolfgang Könen durch Stefan Kunz löst in der CDU Kritik aus: Die früheren Parteivorsitzenden Gerald Schneider und Marie-Louise Tepper attackieren Kunz und Gerhard Heyner.

Die Ablösung des bisherigen CDU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Könen durch Stefan Kunz hat in der CDU heftige Reaktionen ausgelöst. Die früheren Parteivorsitzenden Marie-Louise Tepper und Gerald Schneider sowie Ex-Fraktionschef Hubert Pane sprechen von "einem Trauerspiel."

Im Zentrum ihrer Kritik stehen Stefan Kunz und der neue Fraktionsgeschäftsführer Gerhard Heyner, der dieses Amt schon bis 2007 inne gehabt hatte. Einig sind sich die drei CDU-Politiker darin, "dass Wolfgang Könen in jedem Fall Parteivorsitzender bleiben sollte."

Für Marie Louise Tepper, die sich seit vielen Jahren nicht mehr politisch zu Wort meldete, "hat diese Art und Weise das Fass zum Überlaufen gebracht." Wie Wolfgang Könen werfen sie dessen Nachfolger Stefan Kunz vor, sich zum wiederholten Mal nicht an Absprachen gehalten zu haben. Hubert Pane attackiert den neuen CDU-Fraktionschef mit markigen Worten: "Ginge es um Geld, hätte das Täuschungsverhalten von Herrn Kunz Ähnlichkeit mit dem Tatbestand des Betrugs."

Der neuen Fraktionsspitze wirft er vor, "profilierungssüchtig und leistungsschwach zu sein." Gerald Schneider sieht es ebenso: Als er 2008 Gerhard Heyner als Geschäftsführer der CDU-Fraktion abgelöst habe, seien deren Finanzen in einem derart maroden Zustand gewesen: "Wir waren damals finanziell nicht einmal mehr in der Lage, eine Klausurtagung abzuhalten", erinnert sich Schneider. "Stefan Kunz sollte einmal nachprüfen, ob in den vergangenen Jahren auch alle Mitglieder ihre Beiträge bezahlt haben", attackiert er Kunz in dessen Eigenschaft als Kassierer des CDU-Gemeindeverbands.

"Ich habe ihn mehrfach darauf hingewiesen, dass bei zahlreichen Mitgliedern keine Beiträge abgebucht worden sind" , sagt Gerald Schneider. Als Beispiel hierfür nennt er unter anderem sich selbst: Schon seit längerer Zeit habe die örtliche Partei ungeachtet einer gültigen Einzugsermächtigung von seinem Konto keine Beiträge mehr abgebucht. Pane verweist zudem auf die Vielzahl von Austritten während der vergangenen Jahre: "Ich sehe nun nur noch die Möglichkeit, dass die Mitglieder, die wir noch haben, aus den Puschen kommen und merken, dass sie selbst beteiligt sind."

Weder Stephan Kunz noch Gerhard Heyner mögen sich zu den Vorwürfen äußern: "Kein Kommentar", erklärte Kunz gestern kurz und bündig. "Grundsätzlich stehe ich jedem für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Das Gespräch ist die einzige Möglichkeit, die Dinge zu regeln", betont Stephan Kunz.

(NGZ/rl)
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