Rommerskirchen: Kritik an Baustellen auf Venloer Straße

Rommerskirchen: Kritik an Baustellen auf Venloer Straße

Bernd Klaedtke (SPD) bemängelt die Ausführung der Straßenbauarbeiten zwecks Erneuerung von 35 Hausanschlüssen. Er bringt die "große Lösung" für einen Umbau wieder ins Gespräch. Für Bürgermeister Mertens ist die derzeit nicht akut.

Seit November werden in der Regie des Erftverbands entlang der Venloer Straße 35 Hausanschlüsse saniert. Abgesehen von der abschnittweise "wandernden" Baustellenampel gehören dazu auch Aufbrüche der Straße. Die Art und Weise der Bauausführung bringt SPD-Ratsmitglied Bernd Klaedtke in Rage. "Es gibt vier Queraufbrüche, ich weiß nicht, warum das sein muss." Was ihn wurmt, ist der Zustand der Straße, nachdem sie wieder geschlossen wurde. Infolge der neuen Asphaltierung sei der Lärm stärker als zuvor.

"Wir muten den Leuten Dinge zu, die ich nicht nachvollziehen kann", sagt Bernd Klaedtke. Er regt an, in der Gemeindeverwaltung die Funktion eines Abnahmebeauftragten einzurichten. "So wie die Bauausführungen sind, bedeuten sie Wertminderungen für die Häuser", ist der Sozialdemokrat überzeugt. "Wenn die Straße so zerstückelt ist", wäre es seiner Meinung nach das Beste, "wir würden die Venloer Straße noch einmal neu auszubauen", so Klaedtke.

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Damit bringt er ein Thema aufs Tapet, das seit 2013 keine Rolle auf der kommunalpolitischen Agenda mehr spielte. Damals endeten jahrelang währende Verhandlungen mit den Anwohnern in einem Kompromiss, mit dem sich Klaedtke nie richtig hatte anfreunden können. Nach der Eröffnung des ersten Teilstücks der Umgehungsstraße B 59n 2009 wurde die Venloer Straße zur Gemeindestraße zurückgestuft. Bestrebungen, sie komplett umzubauen und eine der Hauptverkehrsadern der Gemeinde zu einem verkehrsberuhigten Bereich umzugestalten, hatten den anhaltenden Widerstand der Anwohner entfacht. Die Interessengemeinschaft Venloer Straße mit ihren 130 Mitgliedern wehrte sich gegen Anliegergebühren, die auf einen Betrag von bis zu 750.000 Euro beziffert wurden. Am Ende stand dann ein teilweiser Umbau, der für die Anwohner kostenfrei war und für die Gemeinde mit 51.000 Euro zu Buche schlug. Seitens der Politik war stets von einem Provisorium die Rede, irgendwann einmal einen größeren Wurf zu unternehmen, hatte sich die Politik ausdrücklich vorbehalten. Den sähe Bernd Klaedtke offensichtlich lieber früher als später. Auch Bürgermeister Martin Mertens kann es sich durchaus vorstellen, dass die einst vielzitierte "große Lösung" für die Venloer Straße noch einmal auf die Tagesordnung kommen könnte. "Wir müssen uns mit Sicherheit einmal gründlich über die Straße unterhalten", sagt der Bürgermeister. Mittelfristig hat er jedoch nicht die Absicht, das Thema zu forcieren.

Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert sieht die Dinge gelassener als Bernd Klaedtke. "Bei Queraufbrüchen ist eine exakte Wiederherstellung der Straßendecke nicht möglich", sagt Reimert. Es gebe gewisse Toleranzen, und wenn die eingehalten würden, habe die Gemeinde keine Handhabe, Regressansprüche zu stellen. Mit einer guten Nachricht kann Reimert jedoch aufwarten. "Nach längerem Hin und Her" wird in absehbarer Zeit die Tempo-40-Zone kommen. Um die Auftragsvergabe soll es im März im Bauausschuss gehen.

(NGZ)