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Rommerskirchen: Kritik am Umbau Albrecht-Dürer-Allee

Rommerskirchen : Kritik am Umbau Albrecht-Dürer-Allee

Der Rommerskirchener Erwin Klaedtke beklagt Konzeptionslosigkeit und Geldverschwendung von Politik und Verwaltung bei der Schaffung eines neuen Kreisverkehrs. Rathaussprecher Elmar Gasten wehrt sich.

Vor Ostern hat die Firma Blandfort damit begonnen, die Einmündung der Albrecht-Dürer-Allee in den Nettesheimer Weg mit einem Kreisverkehr auszustatten. Wenig erbaut hiervon ist Erwin Klaedtke. Der Rommerskirchener hat es sich nach seinen Erfahrungen mit dem vor einem Jahrzehnt gestarteten Ausbau der Kirchstraße angewöhnt, bei Bauvorhaben der Gemeinde ganz genau hinzusehen. Was er dabei erblickt, gefällt ihm oft ganz und gar nicht, so jetzt im Fall der Albrecht-Dürer-Allee.

"Mich würde einmal interessieren, wer hier die Planung gemacht hat", sagt Klaedtke. Was ihm widersinnig erscheint: Allenfalls ein knappes Jahr sei es her, dass die Albrecht-Dürer-Allee ausgebaut worden ist. "Dabei wurden teure Pflastersteine verwendet und die werden jetzt einfach rausgerissen", sagt Klaedtke. Beim Umbau in einen Kreisel mussten gut 50 Kubikmeter Basaltsteine weichen. Der erprobte Kritiker der Bauverwaltung wirft den Verantwortlichen, auch denen der Politik, Konzeptionslosigkeit und Geldverschwendung vor. Zudem hegt Klaedtke Zweifel daran, dass die Baustelle so groß dimensioniert sein muss, dass der Nettesheimer Weg auf Monate hinaus als Schulweg nicht genutzt werden kann. "Die Kinder müssen einen Riesenumweg gehen", klagt Klaedtke.

Rathaussprecher Elmar Gasten verweist darauf, dass die Gemeinde 2012 Gesamteigentümer der Flächen geworden ist. Bei der Umsetzung des letzten Bebauungsplans in diesem Gebiet "wurden die Erfahrungen der heutigen Anwohner der Albrecht-Dürer-Allee aufgenommen". Gasten zufolge klagen diese schon länger über hohe Geschwindigkeiten vor ihrer Haustür. Die Planer seien daher gebeten worden, "geschwindigkeitsreduzierende Eingriffe in den Straßenzug zu integrieren". Dem sei mit dem "Minikreisel" am Nettesheimer Weg sowie einer Verschwenkung der Allee vor dem Gewerbegebiet Rechnung getragen worden. Laut Gasten wurden die ausgebauten Pflastersteine im Minikreisel wiederverwendet. Die Größe der Baustelle sei auch für Rommerskirchener Verhältnisse als normal zu betrachten. Kleinere Baueinheiten, wie sie Erwin Klaedtke befürwortet hätte, "würden sicherlich teurer werden". Der Schulweg sei mit der Gillbachschule abgestimmt worden.

Auch SPD-Fraktionschef Martin Mertens verteidigt den Kreiselbau. Schon seit längerer Zeit hätten sich Anwohner über zu Geschwindigkeiten beschwert, so der von Erwin Klaedtke zu einem Ortstermin eingeladene Sozialdemokrat. Mertens verweist darauf, dass die Albrecht-Dürer-Allee eigentlich eine Tempo-30-Zone ist, die zu einer "Rennstrecke" zu werden drohte. Dem Rat seien daher temporeduzierende Maßnahmen wichtig gewesen. "Preiswerter wäre natürlich eine einfache Kreuzung gewesen", sagt Mertens. "Hier hatte aber der Sicherheitsaspekt Vorrang, zumal es sich um einen Schulweg handelt", betont er. Erwin Klaedtke will seinen Standpunkt morgen bei der Bürgerfragestunde des Rats vertreten.

(NGZ)