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Rommerskirchen: Krise bei den Oekovener Sebastianern

Rommerskirchen : Krise bei den Oekovener Sebastianern

Brudermeister Michael Schaaf und drei Vorständler planen den Rücktritt – wegen Streits mit dem Tambourkorps.

Für interne Zwistigkeiten war die St. Sebastianus-Bruderschaft bislang nicht bekannt. Derzeit schwelt bei den Sebastianern indes eine Führungskrise, die auch bei vielen Schützen außerhalb von Oekoven, Deelen und Ueckinghoven Aufsehen erregt. Brudermeister Michael Schaaf, sein Stellvertreter Dirk Jäger und die beiden Schriftführer Helmut Dönig und Matthias Holzweiler wollen am 12. Oktober bei der Generalversammlung ihren Rücktritt erklären. Der Grund: Meinungsverschiedenheiten mit dem Tambourkorps "Frisch voran" .

Das hat dem Vorstand der Bruderschaft nach dem Mitte August gefeierten Schützenfest einen auch vom Majoretten- und Fanfarenzug St. Briktius unterzeichneten Brief geschrieben, der Michael Schaaf und seinen Kollegen sauer aufgestoßen ist. "Ich habe es gern gemacht, aber jetzt ist eine Grenze überschritten. Wir fühlten uns in die Ecke gedrängt", sagt Schaaf angesichts der von dem Spielmannszug um Wilfried Rix geübten "Manöverkritik". Neben manch anderem ging es in dem Schreiben des Tambourkorps vor allem um den Paradeplatz. Den will der Vorstand um Michael Schaaf von der Pfarrkirche St. Briktius einige hundert Meter weiter ans Festzelt am Dorfanger verlegen.

Dass sich das Tambourkorps vehement für die Beibehaltung des Paradeplatzes an der Kirche ausspricht, hat Michael Schaaf und die übrigen rücktrittswilligen Vorstandsmitglieder offensichtlich nachhaltig getroffen. Beim Schützenfest sollte es die Generalprobe geben, doch die Parade am Festzelt fiel dem Regen zum Opfer. Das Tambourkorps, aber auch der Majoretten- und Fanfarenzug stehen dem neuen Paradeplatz skeptisch gegenüber, weil sie ihn für zu klein halten. Inzwischen hat es zwar ein Gespräch zwischen dem Vorstand und seinen Kritikern gegeben, ohne dass sich dabei jedoch eine Lösung herauskristallisiert hätte. "Es gab keine Fortschritte", sagt Schaaf. Wilfried Rix mag vor der anstehenden Versammlung "grundsätzlich keinen Kommentar" abgeben. "Wir haben weder veranlasst, dass Michael Schaaf zurücktritt, noch irgendwelche Forderungen erhoben." Vollends zerschnitten scheint das Tischtuch noch nicht: Michael Schaaf und seine Kollegen wollen es am 12. Oktober von der Diskussion abhängig machen, ob sie doch noch einmal antreten. Peter-Alois Küx, Chef der Vanikumer St. Hubertus-Schützen, spricht von einem "Déja-vu-Gefühl". Küx und sein Vorstand hatten im März nach einem Krach mit dem Vanikumer Tambourkorps ihren Rücktritt angekündigt. Nachdem eine Mitgliederversammlung die zwischen Vorstand und Musikern umstrittene Beitragserhöhung bekräftigt hatte, blieb die Führung im Amt. Das dortige Tambourkorps hatte bereits vorab den Schützenverein verlassen. In Vanikum war die Tonlage um einiges schärfer als aktuell in Oekoven.

Die Führungskrise trifft die Oekovener Bruderschaft zur Unzeit: Sie hat den Umbau des Jugendheims St. Briktius vor der Brust. Laut Michael Schaaf ist der nötige Vertrag mit dem Erzbistum unterschriftsreif.

(NGZ)