Kreisarchivar Stephen Schröder referiert über die Elektrifizierung von Rommerskirchen

Vortrag : Kreisarchivar spricht über die Elektrifizierung von Rommerskirchen

Geschichtlicher Vortrag von Kreisarchivar Stephen Schröder in der Gilbach-Schänke. Er erzählt, wie Elektrizität den Alltag der Menschen veränderte.

Stromversorgung in Rommerskirchen und Umgebung: Stephen Schröder, Archivleiter des Rhein-Kreises Neuss, referierte über „Das Elektrizitätsunternehmen des Kreises Neuss und die Elektrifizierung des ländlichen Raumes vor dem Ersten Weltkrieg“. Die Veranstaltung mit der Interessengemeinschaft „Heimat + Historie NE - BU 962“ im Gasthaus Gilbach-Schänke bot einen spannenden Überblick über die Zeit von vor mehr als 100 Jahren.

Elektrizität galt im Deutschland des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts nicht nur als „Schlüsselenergie des industriellen Zeitalters“, sie veränderte auch den Alltag der Menschen tiefgreifend und nachhaltig, annähernd vergleichbar mit der Eisenbahn, welche die Stadt-Land und Raum-Zeit-Relationen grundlegend gewandelt hatte, zeigte Schröder auf: „Viele Zeitgenossen, vor allem in den Städten, glaubten damals am Beginn eines neuen, von der Elektrizität geprägten Zeitalters zu stehen.“

Im Gebiet des damaligen Kreises Neuss wurde die Elektrifizierung vor allem durch zwei Faktoren ermöglicht, so Schröder: „Durch das am 22. März 1905 in Betrieb genommene, an der Salzstraße gelegene Elektrizitätswerk der Stadt Neuß und das Elektrizitätsunternehmen des Landkreises Neuß, das von der Kreisverwaltung von 1908 bis 1913 in eigener Regie betrieben wurde, um den Aufbau und Betrieb eines Überlandleitungsnetzes im Kreisgebiet und Teilen des Umlandes zu realisieren.“ Das Kreisunternehmen kümmerte sich durch Errichtung einer Überlandleitung um die schwierige Versorgung des ländlichen Umfelds. 1913 gingen sowohl das städtische Elektrizitätswerk als auch das Kreiselektrizitätsunternehmen durch Verkauf an RWE über.

Das Archiv im Rhein-Kreis setzte damit seine neue Reihe „Geschichte vor Ort“ fort, mit der es in den von ihm betreuten Kommunen in unregelmäßigen Abständen Veranstaltungen mit historischem Inhalt anbietet. „Wir wollen Geschichte dort lebendig werden lassen, wo die Menschen einen unmittelbaren Bezug dazu haben“, betonte Archivleiter Schröder.

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