Rommerskirchen: Konverter-Gegner hoffen auf Verbündete

Rommerskirchen : Konverter-Gegner hoffen auf Verbündete

Die Bürgerinitiative "Contra Konverter" ist für eine mögliche Gründung einer Initiative in Gohr. Unterschriften werden weiter gesammelt.

Die politische Sommerpause hat die Bürgerinitiative "Contra Konverter" offensichtlich gut überstanden. Von knapp 70 auf inzwischen gut 110 ist die Mitgliederzahl gestiegen, wie Sprecher Peter Mertens beim ersten Treffen nach den Ferien in der Gaststätte Hahn sagte. Darüber hinaus ist auch die seit Wochen laufende Unterschriftensammlung überaus erfolgreich. Laut Walter Giesen wird der Info-Stand der Bürgerinitiative kommenden Samstag zumindest vorläufig zum letzten Mal aufgestellt: Von 10 bis 14 Uhr sollen Bürger dann die Gelegenheit haben, ihre Ablehnung eines Konverters im Gemeindegebiet per Unterschrift zu dokumentieren.

Großer Andrang herrschte bei der Informationsveranstaltung im Juli. Die Visualisierung von Amprion zeigt die Ausmaße des geplanten Konverters. Foto: lh

In den vergangenen Wochen hatte die Initiative an sechs Wochenenden an jeweils besonders markanten Punkten Unterschriften gesammelt. Walter Giesen war schon zur Halbzeit optimistisch, dass am Ende die Marke von 2000 Unterschriften überschritten wird. Kommenden Dienstag soll es auch in Gohr zu einer Bürgerversammlung gegen die mögliche Aufstellung eines Konverters kommen. Peter Mertens begrüßt dies. Nachdem sich die Vertreter der örtlichen Parteien dort gegen einen Konverter ausgesprochen haben, müsste es Mertens zufolge nun drum gehen, auch in Gohr eine Bürgerinitiative auf die Beine zu stellen, "die frei von parteipolitischem Einfluss ist". Angesichts von Anfragen Gohrer Bürger, wann denn im Rommerskirchener Nachbarort Unterschriften gesammelt würden, stellen Mertens und Giesen klar, dass dies in Eigenregie einer dortigen Bürgerinitiative erfolgen müsste. "Der Bedarf ist da. Wir unterstützen die Gohrer und sind sehr daran interessiert, dass dort kein Konverter hinkommt. Unterschriften müssen dort aber die Gohrer selbst sammeln", betonte Mertens. Für September/Oktober rechnet die Bürgerinitiative damit, dass die Firma Amprion die Liste potenzieller Konverter-Standorte "ausdünnt". Hierunter könnte nach Einschätzung von Mertens angesichts "umweltrelevanter Hindernisse" auch der in Evinghoven zählen.

Auch im Rat und seinen Gremien wird das Konverter-Thema demnächst eine Rolle spielen. Nach Auskunft von Bürgermeister Martin Mertens wird die Firma Amprion am 18. September im Bauausschuss über den aktuellen Stand der Dinge berichten. Bereits in der Ratssitzung kommenden Donnerstag steht ein UWG-Antrag zur Diskussion: Darin fordert sie die Aufhebung der im Juni 2012 erteilten Zustimmung des Rats zum Bau einer Höchstspannungsfreitung. "Wir befürchten, dass keine ,normale' 380Kilovolt-Leitung gebaut wird, sondern zusätzlich eine Leitung zur Übertragung von Hochspannungsgleichstrom mit Konvertern", sagt Fraktionschefin Ulrike Sprenger. Mertens sieht keinen Zusammenhang zwischen dem damaligen Beschluss und der Konverterfrage. Sollte eine Umwidmung geplant sein, gäbe es ein neues Verfahren, an dem die Gemeinde beteiligt würde".

(NGZ)
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