1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: "Königsweg" der Vanikumer Schützen

Rommerskirchen : "Königsweg" der Vanikumer Schützen

Schon vor Jahren hat der St.-Hubertus-Schützenverein Vanikum einen Leitfaden für Könige und Kronprinzen erstellt. Seither gab es keine Probleme mehr, Königsbewerber für das Vanikumer Schützenfest zu finden. Ein Erfolgsmodell?

Dass bei "Halbzeit" der Schützenfest- und Kirmessaison in Rommerskirchen drei von sechs Vereinen ohne einen neuen König dastehen, wird diskutiert. In wohl keinem der 13 Rommerskirchener Schützenvereine gilt diese Situation jedoch heute noch als Makel, geschweige denn als persönliches Verschulden — eine Einschätzung, die laut Diözesan- und Bezirksbundesmeister Wolfgang Kuck noch vor Jahren üblich war.

Die Vanikumer St.-Hubertus-Schützen genießen fast schon Vorbildstatus, wenn es um die Regelung der Thronfolge geht: 2007 musste lange gezittert werden, ehe sich der frühere König Manfred Seligmann bereiterklärte, in die Bresche zu springen. Der Vorstand um Präsident Peter-Alois Küx entwickelte daraufhin ein völlig neues Konzept.

"Wir standen vor der Wahl, das vom Verein bewilligte Königsgeld zu erhöhen oder die Rahmenbedingungen grundsätzlich zu ändern", erinnert sich Küx. Die Vanikumer entschieden sich für letzteres: "Je mehr wir dem König zur Verfügung stellen, desto mehr gibt er dann auch selbst aus und desto teurer wird es", nennt Peter Alois Küx die Grundüberlegung. Die hat dazu verführt, den Zuschuss des Schützenvereins an den jeweiligen König vollends zu streichen.

Der Vorstand erstellte damals einen verbindlichen Leitfaden für Schützenkönige und Kronprinzen. Seither ist es Küx zufolge für jeden Regenten "zwingend", das Schützenhaus an der Hauptstraße als seine Residenz zu nutzen. Um dem zuweilen sehr kostenträchtigen, wochenlangen Schmücken vorzubeugen, gibt es ein weiteres Muss: So hat der Verein "eine Gemeinschaftsresidenz erstellt, die so gebaut ist, dass sie allen Königspaaren zur Verfügung gestellt werden kann", sagt Küx. Darüber hinaus übernimmt der Schützenverein auch die Kosten für die Gäste des Königspaars, die im Festzelt auf der Bühne Platz finden. Jeder König darf bis zu zehn Gastzüge einladen: Der Verein bezahlt die Musik für einen zusätzlichen Marschblock. Ansonsten gilt Küx zufolge: "Die Kosten für Gäste, die der Verein einlädt, hat auch immer der Verein übernommen."

Natürlich ist eine Regentschaft auch in Vanikum für das Königspaar nicht kostenlos: "Wer in Vanikum den König macht, sollte in diesem Jahr auf seinen Urlaub verzichten. Mehr sollte es aber auch nicht kosten", sagt der Schützen-Chef .

Der Erfolg des neuen Konzepts ist nicht ausgeblieben: Beim Vogelschuss, bei dem zu Fronleichnam der König für das folgende Jahr ermittelt wird, musste seither nicht mehr um Thronaspiranten gezittert werden. "Zeitweise hatten wir mehrere Bewerber", erinnert Schriftführer Carsten Frimmersdorf an Wettkämpfe, die heute selten sind.

Auch wenn Küx nicht glaubt, dass die St.-Hubertus-Schützen damit künftig für alle Eventualitäten gewappnet sind, seinen "Königsweg" hat der Verein gefunden. Im Maßstab eins zu eins nachahmen können ihn andere indes kaum: Das scheitert allein schon daran, dass nur Anstel und Frixheim über ein eigenes Schützendomizil verfügen.

(NGZ)