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Rommerskirchen: Kölsche Stars treten im Gillbach-Gürzenich auf

Rommerskirchen : Kölsche Stars treten im Gillbach-Gürzenich auf

Bei der traditionellen "Kölschen Weihnacht" der KG Rut-Wieß Rommerskirchen begeistern Karnevalsstars im Advent.

Sieben Stunden brauchten die fleißigen Mitglieder der KG Rut-Wieß Rommerskirchen, um die Mehrzweckhalle der Grundschule in den weihnachtlich geschmückten "Gillbach-Gürzenich" zu verwandeln. Komplett gefüllt waren die langen Stuhlreihen im Saal, in dem sich am Sonntagnachmittag 640 Zuschauer versammelt hatten, um an der traditionellen "Kölschen Weihnacht" des Vereins teilzunehmen. Der hatte wieder ein hochkarätiges Programm zusammengestellt, für das man im Kölner Gürzenich mindestens den doppelten Eintrittspreis gezahlt hätte - ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Getränke- und Speisepreisen.

Geboten wurde den Gästen ein stimmungsvolles Menü mit unterschiedlichsten Zutaten. Nach der Begrüßung durch den neuen KG-Vorsitzenden Jürgen Lorenz kündigte Moderator Matthias Schlömer als ersten Gang eine deftige Einlage an: Büttenrednerin Annette Esser zog als voluminöse Putzfrau Achnes Kasulke gekonnt sich selbst und die Männerwelt durch den Kakao. In Anspielung auf ihre üppige Figur erklärte sie, "ich bin zwar etwas mehr, aber das ist alles erotische Nutzfläche". Das Publikum zeigte sich begeistert von den Späßen.

Besinnlicher geriet der zweite Gang. Die beiden "jungen Trompeter" Markus und Peter Rey spielten ein Weihnachts-Medley und ließen nach einem Abstecher in den 1950er-Jahre-Swing den "Stammbaum" der Bläck Fööss auf ihren Instrumenten erklingen - ein Gänsehaut-Moment, den das Publikum vereinzelt mit spontanen Schunkeleinlagen honorierte. Nach weiteren Adventsmelodien und dem "für uns schönsten Weihnachtslied überhaupt", wie Peter Rey den Song "I'm Dreaming Of A White Christmas" ankündigte, spielten die beiden Brüder den Ostermann-Klassiker "Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia". Dazu schunkelten dann alle mit.

Aufs komödiantische Korn nahm Jupp Menth als "kölscher Schutzmann" die vielen Kochsendungen. Dabei scheute er sich nicht, TV-Koch Horst Lichter ausgerechnet in dessen Heimatort für seine Fernsehauftritte zu kritisieren. Das Publikum nahm's gelassen. Nachdenklich wurde es, als Schlömer auf der Bühne eine Geschichte über einen Obdachlosen vorlas, den ein schwerer Schicksalsschlag vom Angestellten zum "Penner" werden ließ und dessen Lebensmotto wurde: "Glück kann man nicht kaufen, aber man kann es verschenken."

Die Herzen des Publikums im Sturm eroberte Diakon Willibert Pauels als "bergische Jung". Er plauderte in unterhaltsamer Form darüber, wie ihm vor 20 Jahren nach seinem ersten TV-Auftritt erzkatholischer Gegenwind in Form von erbosten Zuschauerbriefen ins Gesicht blies. Bei dem Auftritt hatte er unter anderem einen wenig frommen Witz zum Besten gegeben. Für seine gelungene Mischung aus Humor, gepaart mit ernstem Hintergrund hätte sich Pauels bei jeder Karnevalssitzung eine Rakete verdient. Bei der "Kölschen Weihnacht" blieb dem Publikum nur die Möglichkeit, sich mit einem lang anhaltenden Applaus zu bedanken.

(NGZ)