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Rommerskirchen: Kölner bauen gern am Gillbach

Rommerskirchen : Kölner bauen gern am Gillbach

In Rommerskirchen wird für eine 13 000-Einwohner-Gemeinde viel gebaut, denn der Ort ist für Familien, die eine ländliche Umgebung suchen, attraktiv. Die Hälfte der Grundstückskäufer kommt aus dem Kölner Raum.

Die Demografie ist Dauerthema in den Kommunen, die sich auf eine schrumpfende und alternde Bevölkerung einstellen. Auch an Rommerskirchen gehen die großen Entwicklungen nicht vorbei, doch in den vergangenen zehn Jahren hat die Gemeinde 800 Mitbürger gewonnen – und sich enorm entwickelt. "Früher galt: Rommerskirchen ist klein und soll klein bleiben", sagt Rathaussprecher Elmar Gasten. Während des vergangenen Jahrzehnts aber wurde vor allem die Bautätigkeit forciert – und die dazugehörige Infrastruktur geschaffen: Einkaufsmöglichkeiten, Verkehr, Schulen und Kindergärten, aber auch Naherholungsräume wie die Gillbachauen.

"Es reicht nicht, Baugrundstücke anzubieten. Die Leute wollen sich wohlfühlen", weiß Gasten. Was heute einfacher ist als früher: "Vor zehn Jahren wurde schon bei ein paar Neubauten Überfremdung befürchtet. Heute sind alle Stolz auf die Entwicklung." Eine Entwicklung, die anziehende Wirkung entfaltet – nicht nur für Konsumenten, die aus dem Erftkreis oder dem Grevenbroicher Süden kommen, um im CaP oder im Mariannenpark einkaufen. Sondern vor allem für Familien, "die ihre Kinder nicht in der Stadt, sondern behüteter aufwachsen sehen wollen", wie Carsten Friedrich, Leiter des Amts für Grundstücksmanagement betont.

Das sind vor allem Kölner: 50 Prozent der Grundstückskäufer kommen aus der Domstadt, deren Zentrum in 22 Bahnminuten oder über die B 59n schnell erreichbar ist. Kölnern kommt nicht nur das im Vergleich zu Pulheim oder Stommeln deutlich niedrigere Preisniveau entgegen: "Rommerskirchen ist seit jeher stark nach Köln orientiert."

30 Prozent der Käufer sind Einheimische, die sich vergrößern wollen, 20 Prozent sind "Streubesitz", darunter wenige Neusser oder Grevenbroicher: "Die haben ja in der eigenen Stadt Baumöglichkeiten." Für die Planer wichtig: Jeder Ortsteil soll von Bauland profitieren. Und: "Wir verkaufen nur etwa 15 Prozent des Baugrunds an Investoren beziehungsweise Bauträger", betont Carsten Friedrich – wie einen kleinen Teil am "Eckumer Kirchpfad" oder in der GWG-Siedlung am Südrand der Gemeinde.

Die meisten der im Schnitt 400 Quadratmeter messenden Grundstücke vermarktet die Gemeinde selber; überwiegend werden freistehende Einfamilienhäuser gebaut, die recht individuell gestaltet werden können – anders als in der Nachbarschaft. "Wir wollen keine gleichförmige Retortensiedlung am Ortsrand. So etwas würde hier nicht hinpassen." Rommerskirchen soll "behutsam weiter wachsen", sagt Elmar Gasten.

(NGZ)