1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Klagen über Raser auf Vanikumer Straße

Rommerskirchen : Klagen über Raser auf Vanikumer Straße

Die ins Gespräch gebrachten baulichen Veränderungen wird es nach Auskunft der Polizei trotzdem nicht geben.

Die öffentliche Diskussion um die Vanikumer Straße ist lang und hat sich bereits an vielen Punkten entzündet: 2002 kürte die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein die damals noch als L 375 firmierende Straße zur "schlechtesten Landstraße im Kammerbezirk". Während des Baus der BoA-Blöcke in Neurath erregte der durch Vanikum führende Baustellenverkehr die Gemüter von Anwohnern. Im Zuge der Inbetriebnahme der Umgehungsstraße B 59n im Jahr 2009 verlor die Vanikumer Straße zwar den Status einer Landstraße, doch gab es längst andere Kritikpunkte: "Es war alles abzusehen, als sie die Sprungschanze gebaut haben. Das Gefälle war nicht geplant", sagt Willie Goergens mit Blick auf das die B 59n überquerende Brückenbauwerk, das Ende des vergangenen Jahrzehnts entstanden ist und sich nur wenige Meter von seinem Haus entfernt befindet.

Seine Frau Jenny sorgt sich um ihre beiden elf und drei Jahre alten Töchter. Allein lässt sie auch die Elfjährige nur sehr ungern die Straße überqueren. "Die Autos fahren hier teilweise so schnell, dass man das Nummernschild nicht lesen kann", sagt sie. Was ähnlich auch für Motorräder gilt, deren Fahrer im Bereich der B 59n-Überführung gern noch einmal richtig Gas geben.

Erschwert wird das Problem dadurch, dass die Straße vom Haus der Goergens' nur schwer einsehbar ist und der ankommende Verkehr nur zu hören ist. "Ich habe den Kindern eingeprägt, mucksmäuschenstill zu sein, wenn wir die Straße überqueren", erzählt Jenny Goergens. "Das richtige Spektakel beginnt abends ab 19 Uhr." Mit einem Kleinbus oder einem Hänger mit Fahrrädern vom Grundstück rückwärts auf die Vanikumer Straße zu setzen, ist längst nicht mehr möglich, ergänzt ihr Mann: "Die wenigsten sind sich bewusst, dass es sich hier um eine geschlossene Ortschaft handelt." Geschwindigkeitsüberschreitungen von 60 Stundenkilometern würden ihn gar nicht einmal so sehr stören, de facto werde vielfach deutlich schneller gerast, berichtet er. Schon im vergangenen Herbst hat sich Jenny Goergens an die Polizei gewandt. Die hat seither schon des öfteren Tempomessungen an der Vanikumer Straße vorgenommen, bei denen nicht selten "Knöllchen" fällig wurden. Bis Mai hätten diese Messungen regelmäßig stattgefunden, seither allerdings nicht mehr, bedauert Jenny Goergens. Bei den Gesprächen mit der Polizei sei es zudem um bauliche Veränderungen für mehr Sicherheit gegangen. "Eine Insel wie auf der Venloer Straße" hielte sie für geeignet, den Elan von Rasern merklich zu dämpfen. Bauliche Veränderungen im Bereich der Vanikumer Straße wird es jedoch aller Voraussicht nach nicht geben. "Die Vanikumer Straße ist kein Schwerpunkt für Unfälle. Straßenbauliche Maßnahmen sind daher nicht machbar", sagt Polizeisprecherin Daniela Daessel.

Bessere Nachrichten für die Anwohner hat sie in Sachen Verkehrskontrollen. "Die Messungen sollen auf jeden Fall weiter stattfinden", versichert Daessel. "Hier ist niemand, der den Rennfahrern zujubelt", meint Willie Goergens: "Die wollen doch auch, dass vor ihrer Haustür anständig gefahren wird."

(S.M.)