Rommerskirchen: Kein Veto gegen Strom-Trasse

Rommerskirchen : Kein Veto gegen Strom-Trasse

Rommerskirchener sorgen sich um ihre Gesundheit: Gestern im Rat diskutierten die Politiker über die geplante Höchstspannungsleitung, die nur 200 Meter von Ansteler Häusern entfernt gebaut werden soll.

Trotz einiger Bedenken nahm der Rat der Gemeinde Rommerskirchen gestern Abend einstimmig das Bauvorhaben der Amprion GmbH, eine Höchstspannungsleitung mit 380 Kilovolt von Osterath bis Rommerskirchen etwa 7,1 Kilometer und damit 19 Strommasten auch auf Gemeindegebiet zu errichten, zur Kenntnis.

Damit hat die Gemeinde keine offiziellen Bedenken angemeldet. Wie Bürgermeister Albert Glöckner sagte, war die Gemeinde um eine offizielle Stellungnahme gebeten worden und stellt sich dem Gesamtprojekt nicht in den Weg: "Wir nehmen diese Baupläne gezwungenermaßen zur Kenntnis." Gegen den Bau der Höchstspannungsleitung hatte sich in Neuss eine Bürgerinitiative gegründet (die NGZ berichtete).

Vorausgegangen waren Erläuterungen und Diskussionen der Ratsmitglieder mit Vertretern der Amprion GmbH, der Rechtsnachfolgerin der RWE Transportnetz Strom GmbH. Siegfried Hauswirth vom Kreisgesundheitsamt hatte den Rommerskirchener Ratsmitgliedern geraten, dem Bauvorhaben positiv gegenüberzustehen, weil "nach heutigem Stand von keiner Gesundheitsgefährdung durch die neuen Masten für Rommerskirchen auszugehen ist".

Hauswirth sagte: "Die errechneten Werte für Rommerskirchen liegen weit unter den Grenzwerten für elektrische und magnetische Strahlungen." Bei höheren Werten könnten durch die elektromagnetische Strahlung auch Herzflimmern oder Reizwirkungen auftreten. Der Kreisgesundheitsmitarbeiter berichtete über eine Studie aus Schweden, nach der ein erhöhtes Auftreten von Leukämie bei Kindern an erhöhter Strahlung liegen könnte. Hauswirth wies darauf hin, dass der Wert für Rommerskirchen an der nächsten Entfernung zu der Höchstspannungsleitung mit weit unter den Werten der schwedischen Studie angegeben worden sei. Denn in Anstel liegt die Leitung 205 Meter von der Bebauung entfernt.

Wie Karsten Spiecker, Projektleiter Genehmigung bei Amprion, erklärte, soll die neue Leitung parallel zu der bereits bestehenden Leitung gebaut werden: Auf den 30 Kilometern von Meerbusch bis Rommerskirchen bleiben 80 Masten bestehen, 107 alte Masten werden zurückgebaut und durch 80 neue ersetzt.

"Wir haben berechnet, dass in Anstel der Wert von etwa 0,1 Kilovolt pro Meter mit den neuen Strommasten, die 50 bis 60 Meter statt der bisherigen 60 bis 70 Meter hoch sind, sogar geringfügig sinkt", sagt Spiecker. Der Grenzwert beträgt fünf Kilovolt pro Meter. Auch die magnetische Flussdichte liegt nach dem Neubau der Masten weiter unter einem Mikrotesla — der Grenzwert liegt bei 100.

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE