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Rommerskirchen: Katholiken: Keine Tabuthemen

Rommerskirchen : Katholiken: Keine Tabuthemen

Der Kreiskatholikenrat diskutierte bei seiner Jahreshauptversammlung in Rommerskirchen über die erforderliche Verjüngung der Vorstände in katholischen Verbänden, den Schutz des Sonntags und über Sexualmoral.

Der Schutz des Sonntags und die Wertevermittlung in Zeiten wertfreier Unterhaltung seien Beispiele, bei denen engagierte Christen ihr Wort erheben sollten. Das sagte Cornel Hüsch, Vorsitzender des Kreiskatholikenrats, der seine Jahreshauptversammlung im Pfarrzentrum St. Peter in Rommerskirchen abhielt.

Die Mitglieder des Gremiums, das rund 170 000 Katholiken vertritt, waren sich einig, dass viele Themen beherzt und gemeinsam angepackt werden müssten. Hüsch sprach das hohe Durchschnittsalter der Vorstände von katholischen Verbänden an. "Es muss uns auf der einen Seite gelingen, wieder junge Männer und Frauen zu gewinnen, diese Aufgaben wahrzunehmen. Auf der anderen Seite müssen wir aber auch bereit sein, Aufgaben und Zielsetzungen unserer zahlreichen Vereinigungen auf den Prüfstand zu stellen", sagte er.

Der Vorsitzende des Kreiskatholikenrats griff auch die Diskussion über das Hirtenwort des Kölner Erzbischofs zur Sexualmoral der Kirche auf. "Es kann nicht sein, dass es Tabuthemen gibt, die nicht angesprochen werden dürfen. Solange es sich nicht um unumstößliche Glaubenswahrheiten handelt, sind wir berechtigt, ja sogar verpflichtet, uns in die Diskussionen einzubringen", so Hüsch. Er stellte sich ausdrücklich hinter die Haltung katholischer Schützenbruderschaften: "Ich halte es für völlig richtig, legitim und nachvollziehbar, wenn sie gleichgeschlechtliche Königspaare nicht zulassen wollen. Das hat nichts damit zu tun, dass die persönliche Lebensentscheidung, die sexuelle Ausrichtung oder das Herkommen eines jeden einzelnen Menschen nach seiner Natur nicht respektiert wird."

Um heiße Eisen geht es auch beim Dialogprozess der katholischen Kirche, der im Rhein-Kreis Neuss am 28. April mit einer Auftaktveranstaltung im Rheinischen Landestheater in Neuss begonnen wird. Hüsch nannte die Seelsorge für Wiederverheiratete oder die ortsnahe Pastoral in Zeiten großer Seelsorgeeinheiten als Bereiche, die in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt werden sollten.

Der Kreiskatholikenrat zog im Beisein von Kreisdechant Monsignore Guido Assmann sowie der Dechanten Msgr. Franz Josef Freericks und Hans-Günther Korr eine positive Bilanz. Die Internet-Seite www.katholisch-im-rhein-kreis-neuss.de hat mehr als 11 000 Besucher im Monat. Auch in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter schlagen die Katholiken mittlerweile eine mediale Brücke zu jungen Menschen.

Vor der Versammlung hatte Dechant Freericks in der Kirche St. Peter einen Gottesdienst zelebriert. Er rief die Vertreter der Seelsorgebereiche und Verbände auf, "Briefträger Gottes" zu sein, "denn Boten Gottes sind immer aktuell".

(NGZ)