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Rommerskirchen: Karnevalsparty steigt künftig im Festzelt

Rommerskirchen : Karnevalsparty steigt künftig im Festzelt

Das "Bunte Narrentreiben" in Rommerskirchen kann am Karnevalssonntag aus Sicherheitsgründen nicht mehr in der Turnhalle an der Ecke von Giller und Venloer Straße stattfinden. Dort war es in der Vergangenheit arg eng geworden.

Für viele Jecken war es am Karnevalssonntag Jahrzehnte lang geradezu Pflicht: Nach dem alljährlichen Triumphzug der Karnevalsgesellschaft "Rut-Wieß" durch Eckum und Rommerskirchen ging es zum "Bunten Narrentreiben" in die gleich an die Venloer Straße angrenzende Turnhalle. Dort nahm die mit Abstand spektakulärste Karnevalssause in der Gemeinde ihren Lauf. Selbst hartgesottene Brauchtumsmuffel sollen dort schon zumindest für wenige Stunden den Spaß am Karneval entdeckt haben, wie Kenner der Szenerie zu berichten wissen. Viele Hundert Besucher sorgten für eine stets rappelvolle Halle. Genau dies ist dem "Bunten Narrentreiben" jetzt zum Verhängnis geworden – zumindest in seiner bisherigen Form. "Wir stellen diesmal ein Zelt genau vor der Feuerwehr auf", sagt Dirk Fetten, Präsident und amtierender Schützenkönig des Bürgervereins Rommerskirchen.

Nicht die Karnevalisten, sondern die Schützen sind nämlich für die Karnevalssause zuständig, wobei ihnen seit Jahr und Tag auch die Fußballer der SG Rommerskirchen/Gilbach assistieren. "Die Sicherheitslage ließ es nicht mehr zu, dass wir in der Turnhalle feiern", begründet Dirk Fetten den Umzug in die Nähe des vielleicht 200 Meter entfernten Feuerwehr-Domizils. Fetten verweist ebenso wie Rathaussprecher Elmar Gasten auf die Versammlungsstätten-Verordnung, die das Feiern in der Turnhalle schon seit längerem zu einem Problem gemacht hat.

Nichts zu tun hat die Verlegung nach Gastens Worten mit etwaigen Protesten von Sportlern, die vor gut 15 Jahren sogar den Rat beschäftigten. Damals hatten die im Turnverein Rommerskirchen organisierten Judoka Front gegen die Karnevalssause gemacht. Die Auseinandersetzung nahm zeitweise spektakuläre Formen an und endete damit, dass die Halle einen neuen Schwingboden bekam. Die damals überaus stark emotionalisierende Klage über "blutende Kinderfüße" infolge übrig gebliebener Glasscherben war seither nicht mehr zu hören. In ähnlich energischer Manier wie damals konnten die Karnevalsfreunde gegen die Verordnung nicht angehen – die ist nun mal zwingendes Recht und ihr Wortlaut ist nur begrenzt dehnbar.

Dass es in der Halle zeitweise arg eng war, können letztlich auch die größten Fans der bisherigen Karnevalssause nicht bestreiten. Dirk Fetten ist davon überzeugt, dass der Umzug ins Zelt dem populären Spektakel keinen Abbruch tun wird. Das "Bunte Narrentreiben" firmiert fortan als "Große Karnevalsparty" und beginnt am Sonntag, 10. Februar, wenn der Karnevalsumzug zu Ende ist.

Für die musikalische Versorgung der Gäste ist das "A-Team" zuständig, für die Getränke die Firma Lammertz, und das beheizte Zelt stellt Verleiher Georg Späth. Gleichfalls gegenüber der Feuerwehr feiert der Bürgerverein am Abend zuvor auch seinen traditionellen Preiskostümball. "Auch diesmal sind wieder tolle Gruppen- und Einzelpreise zu gewinnen", versichert Dirk Fetten, dass der Ortswechsel die einzige Änderung sein wird. Erstmals spielt dabei die Kölner Mundart-Band "Klävvbotze" zum Tanz auf.

Apropos Sicherheit: Für die sorgt am Karnevalswochenende in Rommerskirchen der Sicherheitsdienst Malzkorn.

(NGZ)