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Karneval in Rommerskirchen: Anstelner Jecken trotzen dem Dauerregen

Karneval in Rommerskirchen : 19 Fantasievoll gekleidete Gruppen ziehen durch Anstel

Die organisierten Karnevalisten und viele Zuschauer am Straßenrand sorgten für eine heitere Stimmung.

Einen Tag nach dem Ausfall des großen Umzugs in Rommerskirchen konnten die Ansteler Burgritter mit ihrem Rosenmontagsumzug durchstarten, dessen Anziehungskraft sich längst nicht nur auf die Ansteler selbst erstreckt. Nachdem in vielen großen Städten die Sonntagsumzüge aufgrund des starken Windes und anhaltenden Regens buchstäblich ins Wasser gefallen waren, trotzten die Ansteler Narren dem Dauerregen.

Pünktlich um 11.11 Uhr setzten sich die Jecken am Mühlenweg in Marsch. Insgesamt 19 fantasievoll kostümierte Gruppen hatten sich auf den vom närrischen Fußvolk aus der näheren und weiteren Umgebung dicht gesäumten Zugweg gemacht. Für den richtigen Sound sorgten auf der Strecke neben dem heimischen Tambourcorps „In Treue fest“ noch weitere Musikgruppen. Stürmisch umjubelt wurden natürlich wiederum die reichlich Kamellen werfenden Matadore des Ansteler Karnevals: Prinzessin Lea I., Bauer Jenny und Jungfrau Andrea bildeten das erste Damen-Dreigestirn seit 34 Jahren und feierten sich selbst, die Karnevalsgesellschaft und die Jecken am Straßenrand ausgelassen. Großen Jubel waren die Närrinnen bereits gewohnt, durften sie doch in dieser Session insgesamt 17 fulminante Auftritte erleben, neue Freundschaften schließen und die fünfte Jahreszeit einmal aus einer völlig neuen Perspektive erleben – wie beim Rosenmontagsumzug hoch oben auf dem Burgritter-Wagen.

Da wurde so mancher Wunsch geweckt: „Ich will auch später mal eine Karnevalsprinzessin sein“, informierte die kleine Lena ihre Eltern. Das blonde fünfjährige Mädchen hatte zwar in diesem Jahr ein ganz anderes Kostüm gewählt – sie ging als funkelnder Schmetterling – doch: „Nächstes Jahr möchte ich eine Disney-Prinzessin sein. Am liebsten Belle von ,Die Schöne und das Biest‘“. Ebenso wie sie waren auch alle anderen Jecken der Meinung: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Wer keinen störenden Regenschirm aufspannen wollte und nicht ohnehin wasserdicht gekleidet war, zog kurzerhand einen Poncho aus durchsichtigem Plastik über sein Kostüm, um sich zu schützen.

Und auch nach dem Rosenmontagsumzug zeigten die Ansteler Burgritter und das bestens aufgelegte Narrenvolk keinerlei Ermüdungserscheinungen. Mit der populären Karnevalssause bis in den späten Nachmittag hinein endeten am Gillbach nun die tollen Tage, zumindest soweit es das offizielle Veranstaltungsprogramm der Rommerskirchener Jecken vorsieht. Narren, die am letzten Tag vor Aschermittwoch noch einmal kräftig feiern wollen, können dies im privaten Rahmen, den örtlichen Gaststätten oder außerhalb der Gemeinde tun.