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Rommerskirchen: Karneval im Gillbach-Gürzenich

Rommerskirchen : Karneval im Gillbach-Gürzenich

Die Karnevalsgesellschaft Rut-Wieß bietet ihre legendäre "Mädchensitzung" nun zwei Mal an. Der Start verlief verheißungsvoll. Auch am Freitag wird es im "Gillbach-Gürzenich" hoch her gehen.

Mehrere hundert "jecke Wiever" verwandelten zum Auftakt der großen "Sitzungswoche" der Karnevalsgesellschaft Rut-Wieß die Mehrzweckhalle am Nettesheimer Weg in ein Tollhaus. Angesichts des gestiegenen Massenandrangs bieten die Karnevalisten ihre "Große Mädchensitzung" gleich zwei Mal an – wobei das Experiment gelungen zu sein scheint. "Wir sind mit dem Besuch sehr zufrieden", lautet das erste Zwischenfazit von Rut-Wieß-Chef Jürgen Schulz. Auch die morgige Sitzung im "Gillbach-Gürzenich" ist wieder ausverkauft.

Für mehr als fünf Stunden Hochstimmung sorgte das mit Spitzenkräften des Kölner Karnevals besetzte Programm, bei dem sich nach der Ouvertüre der "hauseigenen" "Jillbach-Dötzchen" das Bauchredner-Duo Klaus & Willi mit großem Erfolg als Eisbrecher betätigte: Tosender Applaus für Klaus Rupprecht und sein nicht immer ganz stubenrein daher plapperndes alter ego Willi setzte den Maßstab für den weiteren Verlauf der Sitzung – auf eine Pause verzichten die Närrinnen inzwischen schon seit Jahren. Deutlich wurde einmal mehr, dass der so genannte Herrenwitz sein womöglich dankbarstes Publikum bei Frauensitzungen zu finden pflegt.

Bernd Stelter, seit nunmehr "zwei mal elf Jahren" in der Karnevalsbütt aktiv, teilte wieder nach Herzenslust aus, wobei ihn insbesondere die amourösen Eskapaden von Silvio Berlusconi und fast mehr noch die des schwedischen Königs Carl Gustav zu manch kräftigem Hieb inspirierten. Martin Schopps, im wirklichen Leben Lehrer für Deutsch und Sport, gab Kostproben von den Widrigkeiten, die moderne Pädagogen plagen. Die "3 Colonias" glänzten mit Parodien verdienter Kollegen, während die "Domstürmer" das Stimmungsbarometer tüchtig nach oben trieben. "Die 2 Schlawiner" lieferten sich einen munteren Schlagabtausch, bei dem der "Kleine" Werner Beyer den Attacken des "Dicken" Walter Schweder nicht das Geringste schuldig blieb. Damit waren die Wortbeiträge erschöpft. Der zweite Teil der Sitzung war ganz den karnevalistischen Leibesübungen vorbehalten: Die "Flotte Gillbach Müüs" demonstrierten ebenso ihr Können wie die "Kammerkätzchen und Kammerdiener", eine der Spitzenformationen des Kölner Karnevals. Bei ihrem obligatorischen Heimspiel begeistert gefeiert wurden die "Rabaue". Zu später Stunde legte dann "et fussich Julche" Marita Köllner noch einmal richtig los, ehe die "Paveier" den mit mehreren Zugaben garnierten Schlusspunkt unter ein rundweg gelungenes Spektakel setzten.

(NGZ)