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Rommerskirchen: Kaltblüter tanzen einen "Pas de deux"

Rommerskirchen : Kaltblüter tanzen einen "Pas de deux"

Landwirtschaft ist spannend. Das zeigte sich gestern mal wieder im Sinstedener Kulturzentrum, als ungefähr 4000 Besucher auf das große Gelände zum "Rheinischen Tiertag" strömten. Auch altes Handwerk gab es dort zu bestaunen.

Die Ausstellung wird in jedem Jahr größer. Gestern waren es schon 50 Stände, ohne dass auf dem weitläufigen Gelände des Sinstedener Kulturzentrums der Eindruck einer Überfüllung aufkäme. Das Wetter spielte mit, und so zeichnete sich am Sonntagmittag beim "Rhenag Rheinischer Tiertag" der volle Erfolg ab. Organisatorin und Museumsleiterin Kathrin Wappenschmidt ging von gut 4 000 Besuchern aus, denen rund um Tiere, Pflanzen und bäuerlichem Gerät eine Menge Information geboten wurde. "Der landwirtschaftliche Bezug ist unbedingte Pflicht für die Aussteller", erklärte die Leiterin der Sinstedener Einrichtung die Exponate.

Dort wurde der Heilwirkung von Kräutern ebenso nachgespürt wie deren Einsatz in der Küche. Schäfer Christian Mück hütete mit seinem Hund Schafe, Kaltblutpferde wurden vorgeführt und Shetland-Ponys waren in Aktion zu sehen. Auch der Eselpark Zons war nach Sinsteden gekommen. Der Stand war dicht umlagert, hatte viele Besucher neugierig gemacht.

Viele zog es aber auch zu den alten Maschinen, die eine Ahnung davon vermittelten, wie strapaziös einst die Landbewirtschaftung war. Ein uralter Lanz Bulldog tuckerte an einer Ecke vor sich hin und bildete so recht den Kontrast zu einem Riesengerät vom regionalen Maschinenring, dem ein halbes hundert Landwirte angehören. Ein Riesenschlag mit Zuckerrüben ist damit ruck-zuck abgeerntet. "Früher haben wir dafür eine Woche gebraucht", sagte ein Landwirt, der mittlerweile längst im Ruhestand ist.

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Der Sponsor Rhenag, Tochtergesellschaft der RWE, bewies eine glückliche Hand, sich ausgerechnet auf die Förderung solcher landwirtschaftlicher Belange zu konzentrieren. Nicht nur vordergründig kommt es dem Energieversorger darauf an, in den Ferien daheimgebliebenen Familien eine sonntägliche Attraktion zu bieten. "Basis-Aufklärung in der Landwirtschaft kommt hinzu", betonte Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft. "In unserer Region gibt es mehr Pferde als Kühe", benannte er eine lange Jahre währende Nische, die heute zentral geworden ist. Über Ernährung werde viel gesprochen, doch die Information sei dünn. Edelgard Stahl-Kamerichs brachte gestern die Landfrauen ins Spiel und die gesunden Kräuter: "Kennen Sie Jiaogulan, das Kraut des Lebens?" Der Gefragte musste passen. Er wusste nicht, dass dort die Verjüngung winkte. Allein zehn Kräuter zur Immunabwehr hielten die - wie immer bei solchen Anlässen - besonders engagierten Landfrauen bereit. Sie agierten mit ihrem Stand in bester Gesellschaft, denn auch Tees, naturbelassene Besen, selbst gestrickte Strümpfe, "Wollverwandler" und Kaltblut-Pferde waren vor Ort. Von denen zeigte ein besonders kräftiges, dass es 25 starke Männer zwar nicht über den Tisch, aber über den Rasen ziehen konnte.

Aktuelle Nachfragen zum leidigen Thema Eier fehlten natürlich nicht, ebenso Erkundigungen nach dem Nitrat im Grundwasser. "Das Trinkwasser im Rhein-Kreis Neuss ist von hervorragender Qualität", versicherte die Kreisbauernschaft auf Nachfrage. Na dann...

(NGZ)