Rommerskirchen Jecke Party trotz Ärger mit Finanzamt

Rommerskirchen · Die KG Rut-Wieß Rommerskirchen tritt bei der Prinzenproklamation Gerüchten entgegen, sie stehe vor dem Ruin.

 Stimmung in der Bude: Bei der Proklamation von Prinz Gereon I. und Prinzessin Laura I. (hinten) traten auch die Gillbach Dötzchen (im Vordergrund) auf.

Stimmung in der Bude: Bei der Proklamation von Prinz Gereon I. und Prinzessin Laura I. (hinten) traten auch die Gillbach Dötzchen (im Vordergrund) auf.

Foto: Linda Hammer

Die Karnevalsgesellschaft (KG) Rut-Wieß lässt es in der neuen Session auch an Galgenhumor nicht fehlen: "Han mir och kein Jeld, mir Jecke fiere Fastelovend, su wie et uns jefällt", lautet das aktuelle Motto, das mit dem Sessionsorden abgerundet wird. Der zeigt als Motive das Finanzamt, die Gema und das Rathaus. Mit dem Geld hapert es zurzeit bei den Jecken, was mit intensiven Kontakten zu den beiden erstgenannten Einrichtungen zu tun hat. Seit Monaten kursieren die Gerüchte in der Gemeinde, dass die KG Ärger mit dem Finanzamt habe und womöglich vor dem Ruin stehe. Präsident Jürgen Schulz und Geschäftsführerin Sabine Böttcher-Münten bestätigen ersteres, verneinen aber explizit, dass der Verein vor dem Aus stehe.

"Wir haben zwar Schnappatmung, aber wir atmen noch", betont Jürgen Schulz. Sabine Böttcher-Münten zufolge läuft derzeit eine Steuerprüfung, wobei sie in Kürze mit dem Bericht des Finanzamts rechnet. Die KG habe bislang noch keinen genauen Überblick, wie hoch die Nachforderungen sind, die auf sie zukommen. "Es ging dabei zum Teil um Vorgänge, die Jahre zurückliegen", sagt Sabine Böttcher-Münten. Die KG habe erst einmal ihre Unterlagen sortieren müssen, um den Sachverhalt voll aufklären zu können. Etliches habe nicht den rechtlichen Erfordernissen entsprochen.

Die Aussichten, dass alles ein gutes Ende nehmen könnte, stünden gut. "Das Finanzamt ist auf unserer Seite", urteilt die Geschäftsführerin. Mit der Gemeinde sowie mit Unternehmen führen die Karnevalisten Gespräche, Helfer und Unterstützer können sie in der jetzigen Situation gut gebrauchen. Die Veranstaltungen der soeben gestarteten Session jedenfalls sind Jürgen Schulz zufolge nicht gefährdet, und das Programm für die Session 2014/2015 stehe bereits fest. Am 9. Dezember steht bei Rut-Wieß die Neuwahl des Vorstands an. "Wir würden gern weitermachen", sagt Jürgen Schulz für das bisherige Führungsteam, aus dem Kassierer Dietmar Kutz inzwischen zurückgetreten ist.

Unbelastet von diesen Problemen präsentierte sich das neue Kinderprinzenpaar Gereon Tepper und Laura Schiffer (jeweils sieben Jahre alt) von der Frixheimer Gemeinschaftsgrundschule. "Meine Mutter hat mich angemeldet", berichtet Laura, die seit Anfang des Jahres wusste, dass sie Prinzessin von Rut-Wieß werden sollte. Ihren Prinzen hat sich Laura ausgesucht, wobei ihre Mutter auch die Finger im Spiel hatte. Ebenso wie Gereon Tepper hat Laura Schiffer bei der Proklamation in der Gillbachschule "viel Spaß gehabt". Prinz Gereon I. räumt ein, auf der Bühne schon "etwas aufgeregt" gewesen zu sein, zumal er ja auch ein Gedicht vortragen musste — was ihm ebenso locker wie fehlerfrei gelang. Gemeinsam mit dem Prinzenpaar konnten sich die zahlreich vertretenen Kinder beim Programm von "Ralf und Max" bestens amüsieren. Nachdem das Ansteler Dreigestirn mit Prinz Wolfgang Böhm, Bauer Michael Kirch und Jungfrau Helmut Dotten den rut-wießen Jecken seine Aufwartung gemacht hatte, kamen die Erwachsenen bei einem Auftritt der "Kolibris" auf ihre Kosten.

(S.M.)
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