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Interview mit Bürgermeister Martin Mertens zur B 477n

B 477n in Rommerskirchen: Das sagen Bürgermeister und Landtagsmitglied : Martin Mertens: „Leider gibt es nichts Konkretes“

Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens (SPD) und CDU-Landtagsabgeordnete Heike Troles, die für den Wahlkreis Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich zuständig ist, trennen beim Streit um die Ortsumgehung B 477n Details. Sie wollen nicht mehr darüber diskutieren, wer was wann gesagt hat. Denn in der Zielrichtung, dass die Straße zügig kommen muss, sind sie sich einig. Weil die Anwohner vor allem unter dem zunehmenden Schwerlastverkehr leiden.

Anmerkung der Redaktion: Es folgt das Interview mit Martin Mertens. Hier finden Sie das Interview, in dem sich Heike Troles zur B 477n äußert.

Herr Bürgermeister, wie dringend benötigt Rommerskirchen die Ortsumgehung der Bundesstraße 477n?

Rommerskirchens Bürgermeister Martin Mertens. Foto: Tinter, Anja (ati)

Martin Mertens Die Belastungen der Menschen in Anstel, Frixheim, Butzheim, Gill und Eckum ist enorm. Sie leiden vor allem unter dem Schwerlastverkehr. Der hat durch die starke Belastung und häufigen Verstopfungen des Kölner Rings zugenommen. Daher nutzen viele Fahrer den Weg ab Bergheim-Niederaußem oder Elsdorf, um über die B 477 bis zur A 57-Auffahrt in Neuss-Reuschenberg zu fahren. Dieser Weg ist dann deutlich staufreier. Der gestiegene Durchgangsverkehr bedeutet auch mehr Gefahr. Ich habe Anfang Januar 2017 in einem Gespräch mit dem damaligen Verkehrsminister Michael Groschek auch mit Blick auf das Rheinische Revier auf die Bedeutung dieser Nord-Süd-Achse hingewiesen.

Wann kommt denn die Ortsumgehung?

Mertens Wenn es nach mir ginge, dann übermorgen. Der damalige Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) hatte mir Anfang Januar 2017 zugesichert, dass das Planverfahren 2023 fertig und dann Baubeginn ist. Heute steht nur fest, dass die Ortsumgehung 2019 im Arbeitsprogramm der Landesregierung steht. Etwas Konkretes gibt es leider nicht. Vielmehr hat Hendrik Wüst mir schriftlich mitgeteilt, das es „keine belastbare Auskunft zum Ende des Planverfahrens gibt“. Dieser Brief sorgt natürlich für Verunsicherung und Beunruhigung. Ende 2017 war ich optimistisch, dass es 2023 losgeht. Die Leute wollen vom Minister eine klare Aussage!

Zwei Minister, zwei Aussagen...

Mertens Ich hätte mich gefreut, wenn Wüst die Ankündigung von Groschek übernommen hätte und belastbar an dem Thema gearbeitet hätte. Ende August werden wir mit Fachleuten des Landesbetriebs Straßen NRW zusammensitzen.

Wie beurteilen Sie die Situation zwischen Heike Troles, Interessengemeinschaft und Ihnen?

Mertens Zunächst einmal Respekt für Heike Troles, dass sie zu diesem Treffen gekommen ist, denn es gab viel Kritik an ihr. Sie hat sich der Diskussion mit ihren Kritikern gestellt, das hat Wüst nicht gemacht. Die IG wird vom Rathaus logistisch unterstützt, weil sie eine Sache vertritt, für die es mehrfache einstimmige Ratsbeschlüsse gibt.

Gibt es einen Konsens zwischen Ihnen und Heike Troles?

Mertens Über das Ziel, ja! Über das „wer hat in der Vergangenheit was gemacht“, darüber gibt es verschiedenen Ansichten. Wir haben einen Konsens darin, wie es weiter gehen soll: nämlich so schnell wie möglich.

Wie lässt sich dieser Streit zwischen den verschiedenen Gruppierungen beseitigen? Was können Sie tun?

Mertens Ich versuche zu vermitteln. Mir geht es um die Sache: Egal, welche Koalition die Straße zu Ende bringt - die, die das schafft, bekommt den Applaus der Bürger. Es ging bislang nie um ein CDU- oder um ein SPD-Projekt, es war immer ein Gemeinschaftsprojekt.

Trotzdem gibt es Streit.

Mertens Ich sage ganz offen: Der Flyer, den Heike Troles verteilt hat, war Käse und kontraproduktiv. Denn bei dem Treffen mit der IG, an dem sie ja auch teilgenommen hat, ist vereinbart worden, den Blick nach vorne zu richten. Dann kam zwei Tage später dieser Flyer. Er enthält einige unglückliche Aussagen, aber das spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Wie gesagt, der Blick geht nach vorne. Ich werde mich demnächst nach unseren Urlauben mit ihr auf einen Kaffee treffen.

Was wünschen Sie sich jetzt?

Mertens Dass bei dem vereinbarten Treffen mit der IG in Düsseldorf, Minister Wüst einen konkreten Termin für den Bau der Straße nennt.