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Rommerskirchen: "Hundesteuer soll an Tierheime gehen"

Rommerskirchen : "Hundesteuer soll an Tierheime gehen"

NGZ-Leserin Manuela Grech schlägt vor, dass Kommunen die Hundesteuer dem Tierschutz zugute kommen lassen.

Am Beispiel des invaliden Rottweilers "Thyson" zeigte die NGZ auf, wie sehr das Tierheim in Oekoven auf Spenden angewiesen ist. NGZ-Leserin Manuela Grech nimmt dies zum Anlass für eine unkonventionelle Forderung. "Die von den Kommunen erhobene Hundesteuer sollte direkt an die Tierheime weitergeleitet werden" sagt die 42-jährige Grevenbroicherin. "Die Tierheime sind verpflichtet, Hunde aufzunehmen, haben aber nicht die Zeit, sich genug um sie zu kümmern, weil sie permanent auf der Suche nach Spenden sind", begründet sie ihren Vorschlag. Da bei größeren Kommunen die Hundesteuer teils über eine Million Euro ausmache, sei es sinnvoller, dieses Geld zweckgebunden für die Tierheime zu verwenden "als damit Haushaltslöcher zu stopfen", sagt sie.

Manuela Grech besitzt selbst jeweils zwei West-Highland- und Yorkshire-Terrier. Sie bezahlt in Grevenbroich 600 Euro Hundesteuer – "zähneknirschend" , wie sie sagt. "Wenn man weiß, dass die Hundesteuer den Tieren zugute kommt, zahlt man lieber. Die Tierheime in Oekoven und Bettikum wären glücklich darüber", ist Manuela Grech überzeugt. Mit dieser Forderung zumindest teilweise anfreunden kann sich NGZ-Leser Walter Giesen aus Butzheim. Er und seine Frau Liesel sind seit sieben Jahren Besitzer eines Boxer-/Jagdhund-Mischlings. Im Alter von zwei Jahren sollte der zuvor verwahrloste Hund in ein Tierheim, ehe er damals sein neuen Besitzer fand. "Es wäre mit Sicherheit angebracht, wenn zumindest die Hälfte der Hundesteuer den Tierheimen zur Verfügung gestellt würde. Das Geld sollte zweckgebunden für die Pflege der Tiere eingesetzt werden", meint Giesen.

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Konsequent gegen den Vorschlag von Manuela Grech ist Klaus Erdmann. "Die Halter sollten ihre Hunde erst einmal selbst in den Griff bekommen", sagt der Evinghovener. Er wohnt nahe an umliegenden Feldern und nennt ein Problem, das auch die Landwirte schon vehement angeprangert haben: "Wenn unser Enkel dort spielen will, muss man aufpassen, dass er hinterher nicht Hundekot an den Hacken hat." Dass Hunde dort Gassi geführt werden, führe nicht selten zu "verkotetem Pferdefutter" und anderen unappetitlichen bis gesundheitsgefährdenden Problemen, so Erdmann. "Es ist jetzt schon schwer genug, mit der Hundesteuer auf das Verhalten der Besitzer einzuwirken. Die Steuer umzuleiten, wäre widersinnig."

Zumindest sehr skeptisch ist Bürgermeister Albert Glöckner: "Das Tierheim Oekoven ist eine Kreiseinrichtung. Der Kreis errechnet den Kostenbeitrag der Städte und Gemeinden. Rommerskirchen zahlt in diesem Jahr einen Betrag von rund 14000 Euro", sagt er. Diese Kostenbeteiligung bemisst sich laut Glöckner jeweils zur Hälfte auf der Grundlage der Einwohnerzahlen wie der der Tieraufnahmen in Oekoven. Glöckner nennt ein Beispiel, wie die Hundesteuer früher verwendet wurde: "Zeitweise diente die Hundesteuer den Gemeinden dazu, die Armenkasse aufzubessern. Hintergrund: Wer einen Hund durchfüttern konnte, war auch in der Lage, für die Armen mit zu sorgen."

(NGZ)