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Rommerskirchen: Hobbygärtner hat 68.000 You-Tube-Fans

Rommerskirchen : Hobbygärtner hat 68.000 You-Tube-Fans

Ralf Roesberger stellt Videoclips seiner botanischen Selbstversuche ins Internet und hält zur Kalorienergänzung auch Nutztiere. Seine Söhne jedoch halten wenig von Hühnersuppe, deren Haupt-Zutat vorher noch auf der Wiese herumlief.

Noch hat er in seinem rund 2000 Quadratmeter großen Nutzgarten nicht all zu viel zu tun, "obwohl die Natur in den letzten Tagen förmlich explodiert". Ralf Roesberger hat dort zwar schon die ersten Setzlinge eingepflanzt, aber noch gibt es in seinem kleinen Gewächshaus mehr zu tun als im Freiland.

Geschützt unter einer Folie sprießt bei ihm der Winterportulak. "Das ist ein vergessenes Gemüse, das früher weit verbreitet war, heute aber kaum noch jemand kennt", erzählt der experimentierfreudige Hobbygärtner, der von Fachbüchern nichts hält und lieber selbst ausprobiert. Seine botanischen Erkenntnisse teilt er mit der ganzen Welt, denn er ist ein Youtube-Star. Regelmäßig produziert Roesberger kleine Videoclips und berichtet über Fortschritte oder Rückschläge, die er in seinem Garten erlebt. Über 68.000 Abonnenten verfolgen regelmäßig, was sich auf dem Flecken Erde in Ramrath tut. "Es gibt kaum eine Pflanze, die ich nicht schon anzupflanzen versucht habe", sagt Roesberger, darunter auch Luzerne und Senf. Selbst Chia, zurzeit buchstäblich in aller Munde, habe er probiert, "doch das wächst bei uns nicht wegen des Klimas".

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Die Ursprungsidee war vor neun Jahren, sich nur mit dem Anbau von Gemüse selbst zu ernähren - als der in Evinghoven aufgewachsene Roesberger, der zuvor mit seiner Frau Michaela ein Hotel in Aachen betrieb, nach Ramrath zog. "Man kommt aber einfach nicht auf die erforderliche Kalorienzahl", so die Erkenntnis des heute 52-Jährigen: "Nach vier Monaten wären wir verhungert." Also mussten Tiere her: Hühner, Enten, Bienen, Kaninchen und Gänse.

Ganz selbstverständlich werden die geschlachtet und gegessen. "Das ist die natürlichste Art der Ernährung überhaupt", findet Roesberger, der der industrialisierten Fleischproduktion herzlich wenig abgewinnen kann. Allerdings kann er mit einer kräftigen Hühnersuppe, dessen Hauptzutat kurz vorher noch auf der eigenen Wiese herumlief, bei seinen beiden acht und 13 Jahre alten Söhnen nicht landen. Die hätten noch nicht das nötige Selbstbewusstsein entwickelt, um sich gegen ihre Mitschüler zu behaupten, wenn diese die eigene Schlachtung grausam finden. "Dabei sind unsere Tiere bis zu ihrem Tod wesentlich glücklicher als die Massen-Mastschweine, die nie das Sonnenlicht gesehen haben", ist Roesberger überzeugt.

"Auch wenn ich in den Augen meiner Jungs natürlich nicht so cool bin wie andere Youtuber", so ist sich der Hobbygärtner doch sicher, dass er in die Köpfe seiner Söhne eine Idee für Naturverbundenheit gepflanzt hat, deren Saat später einmal aufgehen wird.

Sein großer Traum ist, irgendwann einmal sein eigenes, selbst gemachtes Kürbiskernbrötchen auf dem Teller zu haben, wohlgemerkt mit sämtlichen Zutaten aus eigener Herstellung. Die Kürbisse dazu hatte er schon einmal probeweise angebaut und dann aber festgestellt, dass der Aufwand der Verarbeitung in keinem Verhältnis zum Ertrag der Kerne steht.

(NGZ)