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Rommerskirchen: Heute gibt's den Segen der Sternsinger

Rommerskirchen : Heute gibt's den Segen der Sternsinger

Im Bereich der Pfarrgemeinde St. Martinus unterstützen die Kinder mit ihrer Sammlung auch eine Schule in Kenia.

Im Bereich der Pfarrgemeinde St. Martinus schwärmen heute die Sternsinger aus. Auch wenn angesichts von 25 beteiligten Kindern die Heiligen Drei Könige gleich achtmal komplett ausgesandt werden können, ist die Suche nach Freiwilligen nicht leichter geworden, wie Gemeindereferentin Margret Keusgen sagt. Sie hat die Sternsinger gemeinsam mit Pfarrsekretärin Stephanie Dunkel vorbereitet.

"Viele Familien fahren in den Winterurlaub, doch die Sternsingeraktion findet nun einmal in den Weihnachtsferien statt", nennt sie einen der Gründe für das Problem, genügend Sternsinger zu finden. Der Kinderknappheit zum Trotz hat sich die Zahl der zumeist jugendlichen Betreuer erhöht. Für Margret Keusgen besonders erfreulich: "Es sind auch junge Leute dabei, die bisher noch nichts mit den Sternsingern zu tun hatten."

Was den Zweck der Sammlung angeht, gibt es in Anstel, Frixheim, Nettesheim und Butzheim eine Besonderheit. Kommt die bundesweit unter dem Motto "Segen bringen, Segen sein" abgehaltene Aktion Hilfsprojekten in Tansania zugute, wird in St. Martinus auch für Straßenkinder in Kenia gesammelt. Hintergrund sind die seit 1975 währenden Verbindungen zur Missionsstation Riruta, wo die aus Butzheim stammende Ordensschwester Reinhilda Schmitz tätig war. "Wir haben beim Kindermissionswerk angefragt. Dieses fördert auch das Projekt in Kenia, so dass wir einen Großteil des Spendenaufkommens dorthin schicken können", sagt Margret Keusgen. Auf die Idee kam Agnes Kremer-Schillings von der Missionsprokur in Knechtsteden. Mehr als 30 Jahre nach dem Tod von Reinhilda Schmitz gibt es seit 2011 wieder einen Draht zur Missionsstation Riruta. Dort ist Schwester Damian Maria Boekholt tätig, die Agnes Kremer-Schillings noch aus früheren Jahren kennt, als sie selbst Missionarin auf Zeit in Afrika war.

Konnten die Sternsinger in St. Martinus vergangenes Jahr knapp 4000 Euro sammeln, hofft Margret Keusgen auf ein ähnlich gutes Ergebnis. "Die Leute sind eigentlich sehr freigebig", sagt sie. Negative Begleiterscheinungen gibt es aber auch. Nicht allein, dass manchen Sternsingern die Tür vor der Nase zugeknallt wird, in Einzelfällen werden sie auch beschimpft. Was erprobte Sternsinger freilich nicht schreckt.

Die 13-jährige Ana ist bereits zum siebten Mal dabei und findet es nach wie vor "toll" durch die Orte zu ziehen – auch wenn ihre bisherigen Mitstreiter keine Lust mehr hatten. Seine Premiere als Sternsinger feiert heute der siebenjährige Erik. Ihm zur Seite steht seine ältere Schwester Ida, die zum vierten Mal dabei sein wird.

Was die Kluft der Sternsinger angeht, brauchen sie nicht mehr ausschließlich auf den teils Jahrzehnte alten Kostümfundus zurückzugreifen: Angela Redemann, deren Sohn Jan in Anstel als König unterwegs ist, hat für die Sternsinger acht neue Gewänder genäht. Auch die entlegeneren Gehöfte bekommen wieder Besuch von den Sternsingern. Die frühere Organistin Gerti Goertz erledigt den Fahrdienst für die kleinen Könige.

(NGZ)