Rommerskirchen: „Helden gab es keine“

Rommerskirchen: „Helden gab es keine“

In Nettesheim wurden am Dienstag die ersten Stolpersteine im Rommerskirchener Gemeindegebiet verlegt.

In Nettesheim wurden am Dienstag die ersten Stolpersteine im Rommerskirchener Gemeindegebiet verlegt.

Initiator des Projektes: Matthias Kratz Foto: M. Reuter

Nettesheim Sie wohnten in Häusern direkt an der St. Martinus-Kirche, waren im Schützen- und Gesangverein, im Gemeinde- und im Elternrat der Schule - bis zur Reichspogromnacht 1938: Plötzlich gehörten die Juden, die vorher fest in die Gesellschaft des Dorfes integriert waren, nicht mehr dazu, wurden erst ausgegrenzt, dann verfolgt und schließlich systematisch ermordet.

An ihr Schicksal erinnern seit Dienstag neun Stolpersteine, die der Kölner Künstler Gunter Demnig an der Martinusstraße verlegt hat. Es sind die ersten Stolpersteine im Rommerskirchener Gemeindegebiet.

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"Die Verfolgung von Juden im Dritten Reich war ein Tabu-Thema hier in Rommerskirchen - und ist bis heute eins", sagt Matthias Kratz. Der Ansteler hat die Verlegung der kleinen Messingplatten angeregt und organisiert.

Sie werden vor den Häusern, in denen die Nettesheimer Juden gelebt haben, im Straßenpflaster eingelassen. "Man beschäftigt sich nicht gern mit dieser Zeit, bis heute nicht", sagt Kratz.

Dabei zeigten die Fakten, dass es den Terror nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land gegeben habe. "Auch hier bei uns war die Juden-Verfolgung sehr gut organisiert", betont Kratz.

(NGZ)
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