Rommerskirchen: Heftiger Gegenwind für den Amprion-Konverter

Rommerskirchen: Heftiger Gegenwind für den Amprion-Konverter

Evinghoven ist aktuell kein Favorit mehr für einen potenziellen Konverter-Standort. Das wurde im Umweltausschuss deutlich.

Am Ende der knapp zweineinhalbstündigen Diskussion um einen Standort für den geplanten Stromkonverter der Firma Amprion zog Manfred Heyer (SPD), der Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses, ein ebenso knappes wie markiges Fazit. "Wir haben Sie zumindest nachdenklich gemacht", sagte Heyer an die beiden Amprion-Vertreter Armin Braun und Thorsten Mikschaitis gewandt, die zuvor zum Stand der Dinge berichtet und den erwarteten Gegenwind von Rat und Bürgern erlebt hatten.

"Sie wollen und müssen etwas verkaufen, das keiner haben will", so Heyer weiter. Den Amprion-Vertretern gab er die klare Botschaft mit auf den Weg: "Wir wollen das Ding nicht."

Die Chancen, das "Ding" nicht zu bekommen, sind für die Gemeinde etwas gestiegen. Auch wenn Armin Braun zum gegenwärtigen Zeitpunkt jede Festlegung vermeiden wollte, machte er deutlich, dass "der Standort Evinghoven weniger geeignet" sei als zunächst angenommen. Das Areal am "Bollert" gehörte noch im Juni zum engeren Favoritenkreis. Jetzt ist es "zumindest nicht mehr der absolute Favorit", wie es Bürgermeister Martin Mertens formulierte. "Das ist eine Tendenz, aber das Gesamtbild haben wir derzeit noch nicht", betonte Armin Braun. Wie schon im April im Kreis-Umweltausschuss erregten die Amprion-Vertreter Unmut, als es um den Mindestabstand zur nächstgelegenen Wohnbebauung ging: Hier ist das Minimum nach Brauns Worten nach wie vor der Ausgangspunkt, wobei das Unternehmen danach trachte, den Abstand so groß wie möglich zu gestalten.

Bei allen Vorbehalten kristallisierte sich heraus, dass derzeit offensichtlich Meerbusch, Gohr und ein eigentlich als Auskiesungsfläche vorgesehenes Areal in Kaarst das "Spitzen-Trio" sind. Bis Jahresende hofft Amprion, einen "Vorzugsstandort" und zwei Alternativstandorte nennen zu können. René Kühlwetter (SPD): "Da die Kiesbergsfläche in Kaarst von allen Flächen die bestmöglichen Eigenschaften mitbringt, sollten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, diese Fläche im Sinne der Gesundheit von Menschen sowie dem Naturschutz möglich zu machen." Um eine Umplanung der Fläche zu ermöglichen, bedürfte es einer Neueinstufung durch den Regionalrat. Dessen Vorsitzender ist Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Harry Marquardt (SPD) appellierte an die CDU, beim Landrat Überzeugungsarbeit zu leisten.

Mit vielen Wortmeldungen beteiligten sich Mitglieder der Bürgerinitiative "Contra Konverter" an der Diskussion. Sprecher Peter Mertens kritisierte, dass ein möglicher Wertverlust von Immobilien in Evinghoven und Umgebung bislang überhaupt keine Rolle in den Überlegungen von Amprion gespielt habe. Bestätigt wurde UWG-Fraktionschefin Ulrike Sprenger darin, dass Amprion eine Höchstspannungs-Gleichstromleitung (HGÜ) plant.

Die vor zwei Jahren erfolgte Zustimmung des Rats für eine Hochspannungsleitung ist davon jedoch nicht berührt: Für die HGÜ-Leitung ist laut Martin Mertens ein neuerliches Verfahren inklusive einer gesonderten Anhörung der Gemeinde nötig.

(S.M.)
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