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Rommerskirchen: Hecken-Streit: Anwohner sauer

Rommerskirchen : Hecken-Streit: Anwohner sauer

Die Gemeinde hat eine Hecke entlang des Gillbachs in Nettesheim radikal beschnitten, die Anwohnern Sichtschutz und Schutz vor Einbrechern bieten soll. Anwohner Hubert Pane kritisiert fehlende Informationen und Übereifer.

Hubert Pane ist sauer: "Es war eine unangemeldete Überraschungsaktion. Die Anwohner wurden vor vollendete Tatsachen gestellt", sagt er aufgebracht. Was den Mann derart aufregt: Der Bauhof der Gemeinde hat an Grundstücken der Klosterstraße, deren Gärten an den Gillbach grenzen, eine hohe Hecke geschnitten – die aber ist laut Hubert Pane vor gut sechs Jahren von der Gemeinde in Absprache mit den Anwohnern extra angelegt worden.

Nicht ohne Grund: Mehr Sicht- und Einbruchschutz sollte die Hecke gewährleisten. Eine sinnvolle Lösung, denn Einbrüche in Häuser, deren Gärten am Gillbach liegen, sind in den vergangenen Jahren auch auf diesem Wege erfolgt. Von einer Schutzfunktion könne angesichts des jetzigen "Stockschnitts" keine Rede mehr sein, meint Hubert Pane. "Wenn schon geschnitten werden soll: Muss man das auf Erdhöhe machen?", fragt der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende. Selbst wenn der Heckenschnitt nötig gewesen sein sollte, "kann man das nicht an den Leuten vorbei machen", meint der Nettesheimer, der von einem "unschönen Verfahren" spricht.

Laut Rathaussprecher Elmar Gasten gehört die Hecke entlang des Gillbachs zum erweiterten Bereich des Martinusparks und wird ebenso wie dieser von der St. Sebastianus-Bruderschaft gepflegt. Doch die Schützen haben bei ihren "Putztagen" zuletzt die Segel gestrichen: Die Hecke sei mittlerweile "sehr stark verwachsen" gewesen, so Gasten. Bruderschaft und Gemeindeverwaltung hätten daher "einen radikalen Verjüngungsschnitt" vereinbart. Die Bruderschaft soll "in den Folgejahren wieder einen ,normalen' Heckenschnitt vornehmen können, um ein gepflegtes Gesamtbild der Parkanlage zu erhalten."

Der Vorschlag von Hubert Pane: Die Anwohner selbst könnten die Hecke schneiden, falls der Bauhof einen Häcksler zur Verfügung stellen und für den Abtransport der Heckenreste sorgen würde. Laut Gasten soll jedoch an den bisherigen Zuständigkeiten nichts geändert werden: "Der Heckenschnitt durch die Anwohner ist aufgrund der Pflegevereinbarung mit der Bruderschaft nicht erforderlich, da diese den Heckenschnitt durchführt."

Beschwerden anderer Anwohner seien im Rathaus nicht bekannt, erklärt er. Pane befürchtet nun, dass es bis zu zwei Jahren dauern wird, ehe die Hecke wieder eine Höhe erreicht, um schützend zu wirken. Gasten verweist jedoch auf die Expertenmeinung im Baudezernat: Die Hecke könne sich nach dem Schnitt wieder rasch entwickeln.

(NGZ)