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Rommerskirchen: Grünkonzept für drei Millionen Euro

Rommerskirchen : Grünkonzept für drei Millionen Euro

Acht Einzelprojekte im Rahmen eines großen Grüngürtels will die Gemeinde Rommerskirchen mit Fördermitteln umsetzen. Die Entscheidung über die Bewilligung der Gelder soll bereits Ende des Jahres fallen.

Wie sinnvoll es für die kleine Gemeinde Rommerskirchen ist, Teil einer größeren Verbindung zu sein, zeigt sich aktuell an einem Projekt, das sie alleine kaum auf den Weg bringen könnte. Die Idee: Den Naherholungswert und die ökologische Wertigkeit bestehender Grünbereiche zu steigern und sie in einem größeren Gesamtkonzept miteinander zu verbinden. Die Kosten für die dafür notwendigen Maßnahmen schätzt die Verwaltung auf etwa drei Millionen Euro. Diese sollen zum weitaus größten Teil durch Fördermittel des Landes getragen werden.

Acht Teilbereiche auf Rommerskirchener Gebiet hat die Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) identifiziert und in ein integriertes Handlungskonzept mit dem Titel "Rheinisches Revier - Zukunft gestalten" aufgenommen. Zu den Teilbereichen gehören der Strategische Bahndamm als "Landschaftsgalerie", der Butzheimer Lösshohlweg und das Landwirtschaftslabor Sinsteden. Hinzugekommen ist auch der weitgehend ungenutzte Sportplatz in Nettesheim und die Erlebnisroute "Kulturlandschaft Börde".

Am Neubaugebiet Steinbrink entsteht derzeit ein knapp einen Hektar großes Versickerungsbecken, das Kinder der Umgebung auch als Spielfläche nutzen können. "Selbst bei einem Starkregen wie jetzt am Mittwoch werden dort höchstens 25 Zentimeter Wasser stehen", prognostiziert Planungsamtsleiter Carsten Friedrich. Daher müsse es nicht eingezäunt werden und könne gefahrlos von Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Unter dem Stichwort "Naturnahes Spielen und Lernen am Steinbrink" wurde das Gebiet ebenfalls in das Handlungskonzept mit aufgenommen.

Ebenfalls Teil des Konzeptes ist ein geplanter interkultureller Garten. Entstehen könnte er auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei in Widdeshoven, wo auch schon das ehrenamtlich zu betreibende Dorfcafé entstehen soll.

Anfang Juni hat der IRR sein Handlungskonzept, zu dem auch noch weitere Projektvorschläge in Grevenbroich, Dormagen und im Rhein-Erft-Kreis gehören, beim Förderprogramm "Grüne Infrastruktur NRW" des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung eingereicht. Bis Ende des Jahres soll dort entschieden werden, welche Konzepte den Zuschlag für Fördermittel erhalten. Insgesamt umfasst das Konzept einen Finanzbedarf von neun Millionen Euro, drei Millionen entfallen dabei auf die Projekte in Rommerskirchen. Sollte der Zuschlag erfolgen, würde der Europäische Fonds die Einzelmaßnamen mit jeweils 80 Prozent der Gesamtkosten fördern, die restlichen Kosten müssten der IRR beziehungsweise die jeweiligen Mitgliedskommunen aufbringen.

"Wir haben die Eintrittskarte. Jetzt müssen wir nur noch sehen, dass wir da reinkommen", beschrieb Matthias Wirtz vom IRR die aktuelle Sachlage, als er das integrierte Handlungskonzept jüngst im Gemeinderat vorstellte. Der begrüßte das Konzept einhellig. So freute sich der Grünen-Chef Josef Kirberg beispielsweise, dass "vieles darin enthalten ist, über das wir zum Teil schon seit Jahren diskutieren und es verfolgen."

(NGZ)