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Rommerskirchen: Gröhe und Krützen - Politik am Gartenzaun

Rommerskirchen : Gröhe und Krützen - Politik am Gartenzaun

Die Bundestagskandidaten Gröhe und Krützen waren bei den Bürgermeisteraspiranten zur Party geladen.

Schon als Ende der 1990er-Jahre die "Interessengemeinschaft Veilchenweg" vehement gegen von ihr als zu hoch empfundene Anliegergebühren mobil machte, war das Wohngebiet zeitweilig der "politische Hexenkessel" der Gemeinde. Dass dort die beiden Bürgermeisterkandidaten Martin Mertens (SPD) und Michael Willmann(CDU) gleich nebeneinander wohnen, bietet die besten Voraussetzungen dafür, dass der Veilchenweg erneut Zentrum künftiger politischer Auseinandersetzungen werden könnte.

Einen kleinen Vorgeschmack lieferte jetzt ein Nachbarschaftstreffen der CDU, bei dem Michael Willmann als Gast den örtlichen Bundestagskandidaten, CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, willkommen heißen konnte. Was das Klima ungeachtet der eigentlich noch spätsommerlichen Temperaturen zeitweise spürbar gefrieren ließ, war die Tatsache, dass Martin Mertens gleich nebenan eine Gartenparty mit dem SPD-Bundestagskandidaten Klaus Krützen abhielt. Die Wege von Gröhe und Krützen kreuzen sich derzeit häufig, die von Willmann und Mertens zwangsläufig nahezu täglich – und dennoch dauerte es bei der von der SPD überraschten CDU ein wenig, bis sich so etwas wie zwanglose Partystimmung einstellte. Ganz und gar ohne Berührungsängste war lediglich CDU-Veteran Peter Emunds: Der frühere Gemeindedirektor und Bürgermeister kehrte zunächst zu einem halbstündigen Plausch bei den Sozialdemokraten ein, ehe er ein Haus weiter bei seinen Parteifreunden landete. "Ich kenne ja auch noch viele von der SPD und will nichts mehr werden", zeigte sich Emunds gelassen. Auch Routinier Hermann Gröhe blieb cool und suchte insbesondere das Einzelgespräch mit den Bürgern. Reden und Ansprachen warten bis zur Wahl in weniger als zwei Wochen schließlich noch genug auf ihn. In seinem Wahlkreis hat er bis dahin noch gut 20 Termine, bundesweit sind es für den CDU-"General" gut 100.

Nachbarschaftstreffen dieser Art sind im Wahlkampf nicht ganz neu, wenn auch in Rommerskirchen. Für Gröhe bieten sie die Möglichkeit "für ein lockeres Gespräch mit Bürgern, die nicht in politische Versammlungen gehen". Die "große" Bundes-und Weltpolitik spielt dabei ebenso eine Rolle wie kommunalpolitische Themen. "Es ist fast immer eine Mischung aus beidem", beschreibt Gröhe seine Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate. Auch Klaus Krützen setzt auf bislang am Gillbach weniger bekannte Wahlkampfformen: Bei der SPD sind diesmal Hausbesuche en vogue: An gut 3000 Haustüren hat er bislang in seinem Wahlkreis geklingelt: "Etwa jede zweite Tür öffnet sich", sagt Krützen. Bei rundweg gesprächsunwilligen Bürgern "abgeblitzt" ist er in maximal 50 Fällen, sagt der SPD-Politiker, der nach dem Fernsehduell wieder Aufwind für seine Partei sieht: "Die Wahl ist noch nicht gelaufen." Eine These, der Gröhe aus entgegen gesetzten Gründen beipflichtet. Ein handfestes politisches Ergebnis gab es auch: Michael Willmann will auf der Liste der Ratskandidaten im heimischen Wahlkreis Nettesheim/Butzheim antreten, wo zuletzt Fraktionschef Stephan Kunz kandidierte.

(NGZ)